Angriff aus dem Auto Einjähriges Kind in Chicago erschossen
In Chicago war eine 22-jährige Mutter mit dem Auto auf dem Rückweg von einem Waschsalon und hatte ihren 20 Monate alten Sohn auf dem Rücksitz, als ein anderes Auto stoppte. Ein Insasse begann zu schießen und feuerte acht Kugeln ab. Eine traf das Kind tödlich in die Brust, eine streifte den Kopf der Mutter.
Das "drive-by shooting" geschah am Samstagmittag (Ortszeit) gegen 14 Uhr in Chicagos Viertel Englewood. Der kleine Junge saß im Kindersitz auf der Rückbank des roten Autos. Seine Mutter fuhr mit ihm zum Krankenhaus, doch die Ärzte konnten das Kind nur noch für tot erklären.
Bisher gab es keine Festnahmen, auch die Waffe wurde noch nicht entdeckt. Chicagos Bürgermeisterin Lori Lightfoot und der Hauptkommissar David Brown riefen Zeugen auf, sich mit Informationen bei der Polizei zu melden. Alle in der Stadt müssten über die Gewalt empört sein, sagte Brown. Für die Ergreifung des Täters wurden inzwischen von mehreren Gruppen Belohnungen ausgesetzt, die sich auf 39.000 Dollar summieren.
Der Schusswaffenangriff auf Mutter und Kind ereignete sich nur eine Woche, nachdem im Westen Chicagos ein Dreijähriger unter ähnlichen Umständen getötet worden war. Der Vater war mit dem Jungen in einem SUV unterwegs, Unbekannte eröffneten das Feuer. "Wir werden die Person fassen, die das dreijährige Kind getötet hat. Und wir werden die Person fassen, die dieses Kind getötet hat", versicherte Fred Waller, Einsatzleiter der Chicagoer Polizei.
"Dies passiert viel zu oft", sagte Waller. "Zu oft werden Kinder durch sinnlose Gewalt getötet und Erwachsene ebenso. Wann hört das auf? Wann sagen wir: Genug ist genug?", fragte er mit Blick auf die Debatte über eine strengere Waffengesetzgebung in den USA. "Ich bin der Beerdigungen überdrüssig. Ich habe es satt, unsere Kinder zu begraben", sagte auch Bürgermeisterin Lori Lightfoot.
Ebenfalls am Samstag wurde ein 17-jähriger Jugendlicher durch Schüsse getötet. Der einjährige Junge war nach Angaben des Fernsehsenders CBS bereits das fünfte Kind unter zehn Jahren, auf das in Chicago allein in den vergangenen zehn Tagen geschossen wurde.