Anke Engelke "Ich hab' mich wahnsinnig geärgert"
Köln - "Ich hab' mich wahnsinnig geärgert und wütend war ich auch", sagte Engelke am späten Samstagabend in der WDR-Live-Sendung "Domian". Sie habe "perverserweise Verständnis" für die Entscheidung des Senders, die Show abzusetzen, auch wenn sie sich gewünscht hätte, "dass die ein Jahr gar nichts sagen".
Auf die Frage, ob sie es noch einmal machen würde, sagte die Entertainerin: "Ja, anders, aber exakt mit denselben Leuten." Sie erklärte: "Ich bin immer noch nicht so weit, zu sagen, dass alles schrecklich und traurig ist."
Sie müsse aber akzeptieren, dass die Zuschauer offenbar nicht so viel Spaß an der Sendung gehabt hätten wie das Team, so die 39-Jährige. Bei der Absetzung der Show nach fünf Monaten habe sie viel geweint: "Wir sind wahnsinnig traurig, aber nicht auf eine niederdrückende Art." Bei der Verarbeitung helfe es, Witze darüber zu machen, sagte Engelke.
Zum Scheitern der Show haben nach ihrer Meinung viele Kleinigkeiten geführt. Sie habe sich aber nicht unter Druck gesetzt gefühlt, erklärte die damalige Nachfolgerin von Harald Schmidt. Ihr eigentlicher Fehler sei, dass sie sich nach schlechten Erfahrungen mit eigenen Ideen zu sehr auf Menschen in ihrem Umfeld verlasse, bekannte Engelke. "Ich habe mich wohl gefühlt, mitzuschwimmen. Vielleicht hätte ich eigene Vorschläge einbringen sollen." Sie habe "endlich gecheckt, dass man aus Fehlern lernen kann".
Auf die Frage eines Zuschauers bei der Call-In-Sendung, ob sie sich vorstellen könne, `Wetten, dass...?" zu moderieren, antwortete Engelke mit Nein. "Mir sind die Wetten manchmal wahnsinnig fern", erklärte sie.
Engelke sprach offen wie selten über ihr Privatleben. Zu ihrer Schwangerschaft sagte sie, dass sie nicht sicher sei, ob sie ein Mädchen oder einen Jungen erwarte, das Ultraschallbild könne täuschen. Sie bestätigte die Vermutung des Moderators Jürgen Domian: "So glücklich wie im Moment war ich noch nie." Es sei "geradezu wunderbar". Sie dürfe nur nicht den Fehler machen, das zu hinterfragen. Auf ihre früheren Beziehungen mit Niels Ruf und Benjamin von Stuckrad-Barre blicke sie "nicht zurück im Zorn, ganz im Gegenteil", sagte Engelke.
Ihren jetzigen Lebensgefährten, den gleichaltrigen Musiker Claus Fischer, kennt sie seit mehr als zehn Jahren: "Wir sind ein Klaus-Lage-Song", scherzte bezogen auf Domians Anspielung auf die Liedzeile "1.000 Mal berührt ..." Seit Frühjahr oder Sommer 2003 sind Engelke und Fischer ein Paar.
"Er sagt: ich hab' gebaggert, und ich fürchte, es war auch so", erklärte die Moderatorin. Früher seien sie beide in anderen Beziehungen gewesen. "Er fand mich irgendwie überdreht, ich fand ihn arrogant", so Engelke. Doch der Künstler habe sich geändert: "Ich mag an ihm, dass er einen Plan hat und weiß, wo's lang geht und im entscheidenden Moment nicht davor scheut zu sagen: Jetzt mach du mal."