Anklage: Geschwister lassen 81-jährige Mutter verhungern - DER SPIEGEL
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Anklage Geschwister lassen 81-jährige Mutter verhungern

Sie seien "überfordert" gewesen, sagten die vier Geschwister dem Richter. Deshalb musste eine 81-jährige Frau sterben - sie verhungerte, weil ihre Kinder sich nicht mehr um sie kümmerten.
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Siegen - Die zwei Männer und zwei Frauen müssen sich seit heute vor dem Amtsgericht Siegen verantworten, die Staatsanwaltschaft wirft den Söhnen Totschlag durch Unterlassen, den Töchtern fahrlässige Tötung vor.

Die beiden Brüder kümmerten sich gemeinsam um ihre 81 Jahre alte Mutter, die an Alzheimer litt und altersschwach war. Sie seien mit der Pflege der hilflosen Frau schlicht überfordert gewesen, sagte der jüngere Sohn heute zum Richter. In ein Altersheim habe man die Mutter nicht geben können, weil dies zu teuer gewesen wäre. Ohnehin hätten er und sein Bruder Zeitungen ausgetragen, um zusätzlich zur Sozialhilfe und der 600-Euro-Rente der alten Frau etwas dazu zu verdienen.

Zwar sollte die Mutter in ein Krankenhaus überwiesen werden - das sei jedoch an einer fehlenden ärztlichen Überweisung gescheitert, für die er sich nicht genug eingesetzt habe, sagte der 46-Jährige.

Er gab auch an, sein 51-jähriger Bruder habe einige Wochen vor dem Tod der Mutter aus Wut über das "ewige Theater" gesagt: "Am besten, man gibt der Alten nichts mehr zu fressen, dann stirbt sie bald und wir haben unsere Ruhe." Dies habe er aber "für einen Witz gehalten".

Wenige Tage vor ihrem Tod habe ihm seine Mutter - die damals nur noch 40 Kilo wog - mit schwacher Stimme zugeflüstert, sie sei "das Leben leid, weil sie auf fremde Hilfe angewiesen sei".

Der Angeklagte antwortete nicht auf die Frage von Richter und Staatsanwalt, warum er in den Todesstunden der 81-Jährigen keinen Notarzt gerufen habe.