Anschläge auf Bali: Polizei sucht nach den Hintermännern - DER SPIEGEL
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Anschläge auf Bali Polizei sucht nach den Hintermännern

Nach den blutigen Anschlägen auf der Ferieninsel Bali fahndet die Polizei weiter nach den Drahtziehern. Zwei Männer wurden festgenommen und verhört. Weitere Hinweise erhoffen sich die Ermittler von den Fotos der Täter, die landesweit in Zeitungen veröffentlicht wurden.
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Bali - Noch immer steht die Identifizierung der drei Selbstmordattentäter im Vordergrund der Ermittlungen. Nur so könnten die Drahtzieher der Bombenserie ermittelt werden, sagte Polizeichef Made Mangku Pastika heute. Obwohl die Fotos mit den durch die Explosion abgetrennten Köpfen der mutmaßlichen Attentäter landesweit veröffentlicht wurden, sind bislang keine brauchbaren Hinweise eingegangen. Nun werden Bruchstücke der Bomben, Fetzen einer schwarzen Tasche, Teile von Jeans und zwei Geldbörsen untersucht, die Spezialisten am Tatort gefunden haben.

Die Polizei hat bislang 39 Augenzeugen befragt. Außerdem wurden zwei Männer festgenommen, die aber offenbar nicht direkt in die Anschläge verwickelt sind. Die Männer seien am Samstag zu Verhören abgeführt worden, sagte Pastika. Sie würden aber nicht offiziell als Verdächtige bezeichnet. Ein weiterer Polizist erklärte, es handele sich möglicherweise um Taschendiebe. Als Hintermänner der Bombenanschläge wurden bislang die malaysischen Extremisten Azahari Bin Husin und Noordin Mohamed Top verdächtigt. Es sei aber noch zu früh, sie oder die Terrorgruppe Jemaah Islamijah als Drahtzieher zu bezeichnen, sagte Pastika.

Bei Anschlägen in drei Restaurants in den Touristenhochburgen Jimbaran und Kuta hatten Selbstmordattentäter am Samstag 19 Menschen in den Tod gerissen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie mehrere Komplizen hatten. Mehr als 130 Menschen wurden verletzt, 46 weitere werden noch vermisst.

Der inhaftierte indonesische Geistliche Abu Bakar Bashir, der als geistlicher Führer der Jemaah Islamijah gilt, verurteilte die Bali-Anschläge unterdessen. Unschuldige Menschen seien getroffen geworden, ließ er über einen Vertreter erklären. Die Attentate seien aber auch eine Warnung Allahs, fügte er hinzu. Bashir war im März wegen der Verwicklung in die Bali-Anschläge von 2002 verurteilt worden. Er selbst wies wiederholt zurück, etwas mit der Jemaah Islamijah zu tun zu haben.