Anschlag in Jordanien: "Ein feiger terroristischer Angriff" - DER SPIEGEL
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Anschlag in Jordanien "Ein feiger terroristischer Angriff"

Ein Attentäter hat in der jordanischen Hauptstadt Amman auf eine Gruppe ausländischer Touristen geschossen, ein Brite starb dabei, fünf weitere Menschen wurden verletzt. Dem jordanischen Innenminister Eid al-Fajes zufolge handelt es sich bei dem Anschlag um einen terroristischen Akt.
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Amman - Der Attentäter, ein Jordanier, wurde von der Polizei überwältigt. Er stamme aus demselben Ort wie der im Irak getötete al-Qaida-Chef Abu Mussab al-Sarkawi, sagte Fajes nach ersten Vernehmungen des Festgenommenen. Der mutmaßliche Täter ist laut Angaben aus Sicherheitskreisen 37 Jahre alt, wohnt in der Stadt Sarka, ist von Beruf Schmied und hat fünf Kinder.

"Das war ein feiger terroristischer Angriff, aber keine Tat, die eine Organisation geplant hat", meinte Fajes. Wahrscheinlich handele es sich um einen Einzeltäter. Ministerpräsident Maruf al-Bachit sagte, die Behörden würden bald Gewissheit haben, ob der Täter allein oder als Mitglied einer Terrorgruppe geschossen habe. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst keine Gruppierung.

Bei den Verletzten handelt es sich einem Regierungssprecher zufolge um zwei Briten, einen Neuseeländer, einen Australier, einen Niederländer sowie ihren jordanischen Fremdenführer. Der Anschlag ereignete sich in der Nähe des Amphitheaters aus der Römerzeit, das bei Touristen sehr beliebt ist. Laut Augenzeugen ging der Mann urplötzlich auf die Touristen zu, schwenkte seine Waffe und rief "Allahu akbar" (Gott ist groß), bevor er zwölf Mal auf die Gruppe geschossen hat.

Der Angriff vom Montag war der erste größere Zwischenfall in Jordanien seit den Bombenanschlägen auf Hotels in Amman im vergangenen November. Damals waren 63 Menschen, darunter die drei irakischen Selbstmordattentäter, ums Leben gekommen. Zu dem Anschlag bekannte sich damals die al-Qaida-Terrorgruppe im Irak unter ihrem inzwischen von US-Truppen getöteten Anführer Abu Mussab al-Sarkawi.

Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen

Die Sicherheitsvorkehrungen vor Hotels und an den touristischen Sehenswürdigkeiten wurden verstärkt. Nach dem Friedensschluss mit Israel im Jahr 1994 hat Jordanien verstärkt in den Tourismus investiert. Mit Investitionen in Hotelinfrastruktur, Transportwesen und professionelles Marketing sollten neben Israelis auch mehr Westeuropäer in das kleine und trockene Land gelockt werden.

Trotz des schwelenden Nahostkonflikts und dem Krieg im Nachbarland Irak war diese Strategie bislang gut aufgegangen. Im vergangenen Jahr besuchten laut der Bundesagentur für Außenwirtschaft rund 5,8 Millionen Touristen Jordanien - das waren fast dreimal so viele wie in Israel.

Das Königreich gilt als pro-westlich und ist einer der engsten Verbündeten der USA im Nahen Osten. Von allen arabischen Staaten unterhält es die engsten Beziehungen zu Israel. Beide Länder hatten 1994 einen Friedensvertrag geschlossen. Das massive Vorgehen Israels gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon im Juli und August hatte in der jordanischen Bevölkerung Empörung ausgelöst.

Jordanische Islamisten hatten König Abdullah und die Regierung in den vergangenen Wochen heftig kritisiert, weil sie der libanesischen Hisbollah zu Beginn ihres Krieges mit Israel vorgeworfen hatten, sie habe den Krieg durch die Verschleppung der zwei israelischen Soldaten provoziert.

kai/str/AFP/AP/Reuters/dpa

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