Anschlag Neun Verletzte bei Gasexplosion in Berlin
Berlin - Ein Polizeisprecher sagte, an der Gasleitung in dem Gebäude sei vorsätzlich manipuliert worden. Über mögliche Täter gebe es jedoch noch keine Erkenntnisse. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen unbekannt wegen versuchten Mordes. In einem ersten Ermittlungsschritt sucht sie nach möglichen Motiven bei den Mietern des Unglückshauses. Gerüchte, wonach der Anschlag der im Haus ansässigen Berliner Tierärztekammer gegolten haben soll, verwies der Polizeisprecher ins Reich der Spekulation.
Die Explosion hatte sich gegen 05.40 Uhr im Keller des Mietshauses im Berliner Bezirk Charlottenburg ereignet. Zuvor hatte eine Zeitungsbotin Gasgeruch bemerkt und per Handy die Polizei alarmiert. Kurz nachdem die Beamten eingetroffen und in das Haus gegangen waren, kam es zur Detonation.
Bei den Verletzten handelt es sich um vier Bewohner und fünf Polizisten. Eine 88-jährige Hausbewohnerin schwebt noch in Lebensgefahr. Zwei Polizisten liegen mit schweren Splitterverletzungen im Krankenhaus. Eine 29-jährige Beamtin wurde bereits operiert. Mit weiteren Opfern sei aber nicht mehr zu rechnen, hieß es am Nachmittag.
Am Morgen waren zeitweise rund 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten vor Ort. Berlins Feuerwehr-Chef Albrecht Broemme erklärte, die Einsatzkräfte hätten das Gebäude mit Hunden durchsucht. "Die Tiere konnten aber niemanden aufspüren. Wir gehen davon aus, dass es keine Verschütteten gibt", sagte Broemme. Wann die 38 in dem Haus gemeldeten Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen, konnte Broemme noch nicht sagen.