Anschlag Sieben Tote in Lissaboner Discothek
Lissabon/Madrid - Entgegen anders lautenden Meldungen enthielten die Granaten offenbar kein Giftgas, sondern nur ein Reizgas, das auch als "Pfeffergas" bekannt ist. Wie der staatliche Rundfunk- und Fernsehsender RTP unter Berufung auf Polizeikreise meldete, kam keines der sieben Todesopfer durch das Gas ums Leben. Vielmehr seien alle bei der Panik zu Tode getrampelt worden.
Der Anschlag ereignete sich gegen 4.30 Uhr in der unter Afrikanern beliebten Discothek "Luanda" im Lissabonner Vergnügungsviertel Alcantara. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich in dem Lokal über 500 Gäste auf. Das Gas verbreitete nach Zeugenberichten einen beißenden Qualm und verursachte Augenreizungen sowie Reizungen der Mund- und Nasenschleimhäute. Als fast gleichzeitig das Licht ausfiel, brach unter den Gästen eine Panik aus.
Bei den Toten handelt es sich um sechs Afrikaner - vier Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren - und eine 20-jährige Spanierin.
Das Motiv des Angriffs war noch unklar. Die Polizei sichtete bei ihren Ermittlungen auch die Videokassetten der Überwachungskameras. Kenner der Szene schlossen einen ausländerfeindlichen Hintergrund weitgehend aus und vermuteten eher eine Abrechnung unter rivalisierenden Banden.
Wegen solcher Bandenstreitigkeiten war bereits 1997 in der Kleinstadt Amarante im Norden Portugals ein Brandanschlag auf eine Discothek verübt worden. Damals kamen zwölf Menschen ums Leben.