Anschlagsserie London wie gelähmt
London - Vor den Eingängen der Londoner Metro haben Rettungskräfte bereits wenige Minuten nach den ersten Explosionsmeldungen Notzelte aufgebaut. Immer wieder fahren Feuerwehrfahrzeuge, Rettungswagen und Polizeifahrzeuge mit heulenden Sirenen durch die Straßen. Die U-Bahn-Stationen sind abgesperrt, Polizisten in neongelben Jacken und Rettungskräfte in roten Westen sind im Dienst. "Dies ist eine Lage, für die die Polizei trainiert worden ist", kommentiert ein BBC-Reporter die scheinbare Routine der Sicherheitsbeamten. Ein CNN-Reporter berichtet, von Medizinern und Sanitätern, die mit Sauerstoffflaschen, Verbandsmaterial und anderem medizinischem Gerät in die U-Bahn-Stationen eilen.
In einigen der abgesperrten Straßen drängten sich Fahrzeuge der Polizei und Rettungswagen. Trotz der großen Anzahl an Rettungs- und Sicherheitskräften vor Ort scheint der Einsatz in geregelten Bahnen abzulaufen, auf den Straßen blieben Gassen für Rettungsfahrzeuge frei. Außerhalb der abgesperrten Zone stehen vereinzelt Schaulustige, die versuchen, einen Blick auf die Szenerie zu werfen. Die meisten Menschen schweigen, der Schock sitzt tief.
Der TV-Sender N24 zeigt Aufnahmen von verletzten Opfern. Einige der Menschen sind blutüberströmt und tragen Verbände. Andere Menschen kämpfen vor den Kameras der Reporter mit den Tränen. "Das ist ein schrecklicher Tag", sagt ein Mann, der in der U-Bahn einer der Explosionen unversehrt entkommen war.
Verletzte werden auf Rollbetten aus der Gefahrenzone gebracht. Sanitäter halten Infusionen in die Luft. Angehörige helfen, die Verletzten in Richtung der Ambulanzen zu tragen.
Londons Polizeichef Sir Ian Blair lobte die Einsatzkräfte vor Ort. Der oftmals geübte Notfallplan werde gegenwärtig erfolgreich angewendet. Er forderte in der BBC die Menschen auf, auf jeden Fall an Ort und Stelle zu bleiben. das gesamte Nahverkehrsnetz der Stadt sei lahmgelegt. Außerdem bat er die Londoner, die Rettungsdienste nur anzurufen, wenn es um Leben oder Tod geht.