Ansteckungsgefahr gebannt Lassa-Tote eingeäschert
Würzburg - Amtsleiter Konrad Kläß sagte am Dienstag, die Bestattung der jungen Frau sei nun alleinige Sache der Familie. "Aus seuchen-hygienischer Sicht ist das völlig unproblematisch." Nach Angaben des baden-württembergischen Sozialministeriums sind die Ermittlungen in Sachen Lassa-Fieber mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgestanden. Einzelne Verdachtsfälle bei Mitreisenden der Studentin hätten sich als "Januar-typische Erkältung" erwiesen, sagte ein Sprecher des Ministeriums.
Die meisten Mitreisenden in dem Flugzeug nach Frankfurt seien ermittelt, hieß es weiter. Lediglich einige Portugiesen, die zurückgereist seien, würden von den dortigen Behörden noch gesucht. Die am meisten gefährdeten Passagiere in den Sitzreihen unmittelbar vor und hinter der Infizierten hätten sich bereits in den vergangenen Tagen gemeldet. Nur der Vollständigkeit halber suche man die restlichen Fluggäste. Die Inkubationszeit von in der Regel zwischen sieben und zwölf Tagen läuft am Mittwoch ab.
Vier unterfränkische "Kontaktpersonen" der Studentin zeigen nach Angaben von Kläß ebenfalls keine Anzeichen einer Ansteckung mit dem gefährlichen Virus. Eine Mitreisende aus dem Flugzeug von Lissabon nach Frankfurt werde zwar in einer Würzburger Klinik behandelt. Das Fieber der Frau habe jedoch völlig andere Gründe, betonte Kläß.
Einem Schüler aus Alzenau (Landkreis Aschaffenburg), der nach einem Platztausch im Flugzeug direkt neben der 23 Jahre alten Studentin gesessen hatte, gehe es gut, sagte Kläß. Der 20-Jährige stehe aber wie alle Kontaktpersonen weiterhin unter Beobachtung. In Bayern sei der Beobachtungszeitraum für alle Kontaktpersonen bis Ende Januar ausgedehnt worden, um jedes Risiko auszuschließen, sagte Kläß.
Die 23-Jährige aus Schwäbisch Hall war am 7. Januar mit Fieber aus Westafrika zurückgekehrt. Sie wurde zunächst in einem Krankenhaus ihrer Heimatstadt und dann in der Missionsärztlichen Klinik Würzburg behandelt. Trotz intensiver Pflege starb sie am vergangenen Samstag. Die junge Frau hatte Ghana und die Elfenbeinküste bereist und sich dort mit einer bisher unbekannten Form des Lassa-Virus infiziert.