Anwalt Schmökel war unbewaffnet
Berlin - Sein Mandant habe ihm versichert, unbewaffnet gewesen zu sein und sich den Beamten mit erhobenen Händen gestellt zu haben, sagte Schmökel-Verteidiger Karsten Beckmann in einem Gespräch mit der "Welt". Entgegen der offiziellen Darstellung habe Schmökel die beiden Polizisten nicht mit einem Messer bedroht. Er beteuere vielmehr, mit erhobenen Händen aus seinem Versteck gekommen zu sein und den Beamten zugerufen zu haben: "Ich bin Frank Schmökel."
Das zuständige sächsische Innenministerium wollte sich nicht zu dieser Darstellung äußern. Dazu sei bereits alles gesagt worden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Dresden. Der wegen mehrerer Sexualdelikte zu 14 Jahren Haft verurteilte Schmökel war vor zweieinhalb Wochen bei einem Besuch bei seiner Mutter entkommen. Auf seiner Flucht hatte er nach Polizeiangaben einen 61-jährigen Rentner getötet. Bei seiner Festnahme nahe dem sächsischen Bautzen hatte er nach Angaben der Behörden die Polizisten mit einem Messer angegriffen. Daraufhin hätten diese geschossen und ihm einen Bauchschuss zugefügt.
Der Anwalt sagte, die Aussage seines Mandanten müsse nun geprüft werden. Der Zustand Schmökels, mit dem er 45 Minuten gesprochen habe, sei stabil. Schmökel sei auch nicht lebensmüde. Der Gewaltverbrecher wird derzeit im Haftkrankenhaus Fröndenberg in Nordrhein-Westfalen behandelt.