Arbeiten am "Kursk"-Wrack Vier Leichen geborgen
Moskau - In der Barentssee wurden die Taucher nach Angaben des Kommandeurs der Nordmeer-Flotte, Wjatscheslaw Popow, durch hohe Wellen bedroht. Auch die Wetteraussichten an der Unglückstelle nördlich von Murmansk sind der Nachrichtenagentur Tass zufolge nicht günstig. In den kommenden drei Tagen sei mit Stürmen zu rechnen, die eine Weiterarbeit verhindern könnten.
An der Außenwand des U-Boots dagegen setzten norwegische Taucher nach Angaben Popows ihre Arbeit zunächst fort. Um alle Bereiche, in denen Tote vermutet werden, durchsuchen zu können, müssen an sieben Stellen Löcher in die "Kursk" geschnitten werden. Der Rumpf des U-Boots ist so gebaut, dass er nicht von Torpedos durchdrungen werden kann.
Am Mittwoch waren die russischen Spezialisten bei ihrem ersten Tauchgang in das Wrack auf die Leichen gestoßen. Am Abend wurden die sterblichen Überreste an die Oberfläche gebracht. Die Taucher waren in zwei Schotten der "Kursk" vorgedrungen, die von der Explosion vor dem Sinken des U-Boots am wenigsten betroffen waren. Die Marine rechnete damit, in einem der beiden Schotts bis zu sieben Besatzungsmitglieder zu finden. In einem ersten Anlauf war einer der Taucher nur sechs Meter weit vorgedrungen, weil seine Sauerstoffleitung zu kurz war.
Die geborgenen Leichen sollen an Land bestattet werden. Dies hatte der russische Präsident Wladimir Putin den Angehörigen versprochen. Die "Kursk" sank im August aus noch ungeklärter Ursache; alle 118 Seeleute an Bord starben. Das U-Boot liegt in mehr als hundert Meter Tiefe. Die Öffentlichkeit war tagelang über das Ausmaß des Unglücks im Ungewissen gehalten worden. Putin war vorgehalten worden, dass er seinen Urlaub auf der Krim nicht umgehend unterbrach, um zur Barentssee zu kommen.