TIERSCHUTZ Armer Esel
Das Fax war adressiert an Jassir Arafat, es ging nach Ramallah (West Bank). Es begann mit »Exzellenz«, und es erzählte von einem armen Esel, den militante Palästinenser Ende Januar in der Nähe von Betlehem mit Sprengstoff beladen und in die Luft gesprengt hatten, als ein israelischer Bus vorbeifuhr. Das Fax endete mit einem Appell: »Tiere haben keine Nationalität. Für sie gilt keine Genfer Konvention und kein Friedensabkommen. Würden Sie bitte dazu aufrufen, die Tiere aus diesem Konflikt rauszuhalten?« Unterzeichner: »Mit Friedenswünschen, Ihre Peta«. Die Tierschutzorganisation ("People for the Ethical Treatment of Animals"), die einst mit nackten Supermodels Pelzträger anklagte, erklärt ihren Vorstoß so: Der Esel sei als »unfreiwilliger Selbstmordattentäter missbraucht worden, keiner hatte ihn gefragt«, sagt Jürgen Faulmann von Peta-Deutschland. Und: »An Arafat wird immer dann appelliert, wenn Menschen zu Schaden kommen, für Tiere wird er nicht verantwortlich gemacht.« Bei dem Attentat war lediglich der Esel gestorben, der Bus hatte rechtzeitig gebremst. Den Protestbrief hätte Peta nach Faulmanns Worten aber sogar dann abgeschickt, wenn auch Menschen zu Schaden gekommen wären.