Asien Kältewelle tötet Hunderte
Srinagar - Indische Soldaten bargen heute mindestens 40 Tote, nachdem sie gestern Abend bereits etwa 50 Leichen entdeckt hatten. Abgehenden Schneebretter hatten Hunderte von Häusern mit sich gerissen. Für die Vermissten gibt es kaum noch Hoffnung: "Nach drei Tagen im Schnee sind die Chancen zu überleben sehr gering", sagte ein Armeesprecher.
Diejenigen, die gerettet worden seien, litten an Erfrierungen. Die Einsatzkräfte haben dem Sprecher zufolge zudem Mühe, die Toten zu versorgen. "Die Leichen liegen reihenweise auf dem Schnee. Wir haben keinen Platz, um sie zu begraben, weil das ganze Gebiet unter einer dicken Schneeschicht liegt", teilte der Sprecher mit. Nach den heftigsten Schneefällen seit vier Jahrzehnten waren zahlreiche Ortschaften in der Himalaya-Region von der Außenwelt abgeschnitten. Stellenweise mussten sich die zur Rettung eingesetzten Soldaten mit Sprengstoff einen Zugang zu den eingeschneiten Siedlungen verschaffen.
In einigen Gebieten Kaschmirs hat sich der Schnee Armeeangaben zufolge seit dem Wochenende auf 21 Meter getürmt. Das indische Militär hat die Bewohner höher gelegener Regionen aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, bevor noch mehr Schneestürme und Lawinen ihr Leben bedrohen.
In Afghanistan schätzte das Rote Kreuz die Zahl der Kältetoten auf 260. Der kanadische Botschafter in Kabul, Christopher Alexander, sagte jedoch, dass mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen sein könnten. In Pakistan war vor allem die Südwestprovinz Balutschistan betroffen. Hubschrauber warfen Nahrungsmittel für die Bewohner des Dorfes Toba Kakar ab, wo mehrere Lehmhütten unter dem Gewicht der Schneemassen einstürzten.