Asien Neues Seebeben vor Sumatra
Colombo - Nach offiziellen Angaben aus Jakarta hatte der Erdstoß eine Stärke von 5,7 auf der Richterskala. Seismologen der US-Bundesbehörde US-Geological Survey hatten eine Stärke von 6,2 gemessen. Das Epizentrum lag nach indonesischer Darstellung in einer Tiefe von 15 Kilometern, etwa 150 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Banda Aceh.
Bisher gibt es keine Angaben über mögliche Opfer oder Schäden. Das Beben habe sich um 5.22 Uhr Ortszeit ereignet. Augenzeugen berichten von zahlreichen Menschen, die in Panik aus ihren Häusern liefen. In der Provinzhauptstadt Banda Aceh befinden sich zurzeit auch 64 deutsche Soldaten, die im Rahmen des Bundeswehreinsatzes auf Sumatra Verletzten helfen sollen. Wie ein Sprecher des Einsatzführungskommandos heute in Potsdam mitteilte, war jedoch keiner der in der Region Aceh stationierten Soldaten von dem erneuten Beben betroffen.
Der Norden der indonesischen Insel Sumatra ist das am stärksten getroffene Katastrophengebiet. Dort kamen durch die Flutwellen vom 26. Dezember mehr als 100.000 Menschen ums Leben, weit über eine halbe Million Einwohner verloren durch die Katastrophe ihr Obdach.
Bundesaußenminister Joschka Fischer setzt derweil seine Reise durch die asiatischen Flutgebiete fort und trifft heute mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono zusammen.
Im Lauf des Tages will Fischer nach Sri Lanka weiterreisen. Die dortigen Tamilen-Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) riefen Fischer auf, auch die zerstörten Gebiete in ihrem Machtbereich Sri Lankas zu besuchen. Fischer würde damit auf die verzweifelten Hilferufe der Menschen dort reagieren, sagte der Anführer des politischen Flügels der LTTE, Thamilselvan, in seinem Hauptquartier in Kilinochchi der dpa. "Wir drängen den Außenminister, seine Reise als eine humanitäre zu betrachten und die von der Regierung (in Colombo) festgelegten Demarkationslinien zu ignorieren."
Die wichtigsten Industrieländer sind sich über einen Schuldenerlass für die betroffenen asiatischen Länder einig. "Wir haben sie kontaktiert, sie haben sich einverstanden erklärt", sagte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Hervé Gaymard gestern im französischen Rundfunk. Das Moratorium solle hauptsächlich für die am schwersten von der Flutkatastrophe betroffenen Länder Indonesien und Sri Lanka gelten.