Asyl-Antrag Eltern wollen Kinder schlagen dürfen
Washington - Mehr als 28 Frauen und 80 Kinder seien bereits über die Grenze gekommen, berichtet die "Washington Post". Die Gruppe gehört zu der fundamentalistischen "Kirche Gottes", die unter Berufung auf die Bibel Stockschläge befürwortet, um Kinder zu disziplinieren. "Man kann Kinder auch liebevoll und freundlich verhauen", sagte Peter Hildebrandt, einer der Prediger der Kirche, der Zeitung.
Sozialarbeiter hatten Anfang Juli sieben Kinder einer Familie aus Aylmer in der kanadischen Provinz Ontario in Gewahrsam genommen, weil Schlagen dort verboten ist. Die Kinder durften drei Wochen später wieder nach Hause, weil die Eltern versprachen, sie bis zu einer Gerichtsverhandlung nicht mehr zu schlagen.
"Wenn Eltern ihre Kinder nicht disziplinieren, führt das zu jede Menge Gesellschaftsproblemen, wie man in der heutigen Zeit sehen kann", meinte ein anderer Pastor der Kirche, Daniel Layne. Die meisten der geflüchteten kanadischen Familien halten sich in Ohio und Indiana auf, wo die Gesetze gegen körperliche Strafen für Kinder lasch sind.
Die Familien würden Asyl beantragen, wenn das Problem mit den kanadischen Behörden nicht gelöst werden könne, sagte ein weiterer Pastor, Herbert Hildebrandt. Ein Bild in der "Washington Post" zeigt zwei kleine Kinder, die bei einer Anhörung vor dem Gerichtsgebäude in Kanada mit Postern demonstrierten. "Gegen Misshandlung, für Disziplin" steht darauf.