Aufschrei im Krankenhaus Baby mit Schnuller geknebelt
Kassel - Zwar sei dem vier Tage alten Jungen im Klinikum Kassel nichts passiert, trotzdem hält die Klinikleitung den Vorfall für unentschuldbar. Eine Krankenschwester hatte dem Kleinen einen Schnuller mit Klebeband am Mund befestigt, damit er nicht mehr schreien konnte.
Da der Junge per Kaiserschnitt geboren wurde, lag er zunächst getrennt von der Mutter auf der Kinderstation. Die Frau hatte ihren geknebelten Sohn zufällig entdeckt, weil sie die Station mit dem Vater betreten hatte, ohne sich anzumelden.
Das Baby sei maximal eine halbe Stunde geknebelt gewesen, sagte die Sprecherin der Klinik, Gisela Stämm, gegenüber der "Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen". Akute Gefahr hätte für das Kind zu keinem Zeitpunkt bestanden.
Als Methode, ein Baby mundtot zu machen, sei Knebeln "medizinisch und pflegerisch nicht zu vertreten", erklärte Stämm. "Die Schwester hat eindeutig einen Fehler gemacht und sie sieht das ein." Von der Betreuung des Kleinkindes wurde sie entbunden und muss nun mit arbeitsrechtlichen Schritten rechnen.