Augenzeugenberichte "Ein einziger Alptraum"
San Diego - "Es war, als würde man über einen aktiven Vulkan fliegen", sagte Aaron Parker der BBC. Bereits Sonntagnacht ist er über die Feuerhölle hinweggeflogen. "Es war sehr unheimlich - auf beiden Seiten des Flugzeuges konnte man diese riesigen Flammen sehen. Der Rauch hatte einen orangefarbenen Schein und die Feuerschneisen waren deutlich zu sehen."
Stadt und Land von San Diego haben am stärksten unter den Feuersbrünsten zu leiden. Augenzeuge Charles Finn wohnt in Oceanside. "Die Luft ist so voller Rauch, dass es schmerzhaft ist, zu atmen. Viele von uns haben Angst, heute Nacht ins Bett zu gehen", schildert Finn der BBC. "Wir befürchten, dass die Feuer uns über Nacht den Weg abschneiden."
Shawn Freeman schildert der BBC, wie er gestern um drei Uhr nachts aufwachte, zur Vorderseite seines Hauses ging - "und einen Berg sah, der vollkommen in Flammen stand". Von seiner Straße aus habe er normalerweise einen wunderschönen Blick auf die östlichen Hügel. "An jenem Morgen aber sah ich ein Inferno. Es war furchterregend."
Mit Mühe der Flammenhölle entkommen
Kathy Tinker floh zusammen mit ihren Eltern und ihrem Freund im Auto vor dem Feuer. Ein Sturm aus Asche habe ihre Sicht so sehr behindert, dass sie Angst hatte, gegen ein verborgenes Hindernis zu fahren, berichtet sie der "Los Angeles Times". Die Brände hätten sie überrascht: "Niemand rief an, niemand klopfte an die Tür", sagt Tinker. Nur mit knapper Müh und Not seien sie der Flammenhölle entkommen.
"Wenn die Sonne durch den Rauch sickert, färbt sich der Himmel grau-orange", erzählt Tom Flannagan aus San Diego. Der BBC berichtet er: "Überall riecht es wie bei einem Lagerfeuer, und viele, viele Häuser sind zerstört." Michael Rivera bestätigt den Eindruck: "San Diego ist ein einziger großer Alptraum." Die Schulen seien geschlossen, Menschen evakuiert, und fast alle Straßen, die aus der Stadt führen, gesperrt. "Dieses Feuer ist schlimmer als alle anderen bisher. Und ein Ende ist nicht in Sicht."
John Gallen berichtet der CNN, wie er und seine Familie aus der Gefahrenzone flohen. "Zwei Tage zuvor war San Diego noch ein Juwel an der Westküste. Aber diese wunderschöne Stadt mit blauem Himmel, dem tiefen blauen Ozean und kilometerlangen Stränden sieht jetzt aus, als habe der Weltuntergang begonnen."
"Wir können nur beten"
Laut Augenzeugin Terry Kelsey schiebt sich in Spring Valley das Feuer allmählich über die Hügel und kommt immer näher. "Bisher wurden wir noch nicht aufgefordert zu gehen, aber viele sind schon weg. Wir können nur beten, dass die Winde abflauen", sagt Kelsey der BBC.
Den Santa-Ana-Sturmböen schreibt auch Tru Talbott das schreckliche Ausmaß der Katastrophe zu. Sie lebt in der Nähe von Los Angeles in Canyon Country. Der BBC berichtet sie, dass sie bisher nur knapp einer Katastrophe entkommen ist: "Es brannte nur eine halbe Meile von unserem Haus entfernt, als der Wind drehte - und wir sind verschont geblieben. Die Santa-Ana-Sturmböen werden noch einige Tage anhalten. Das Geräusch, das der Wind erzeugt, sei unheimlich. "Es heult und ächzt - grässlich", erzählt Talbott.