Auktion Udais Folterwerkzeuge werden versteigert
Bagdad - Unter den 193 Schlagstöcken sei auch ein Prügel, mit dem der für seine Brutalität bekannte Saddam-Sohn einen Leibwächter seines Vaters getötet haben soll, berichtet die Zeitung "al-Adala" des schiitischen Hohen Rats für die Islamische Revolution im Irak (SCIRI) am Donnerstag.
Bei der von der US-Verwaltung organisierten Auktion würden auch 4000 Flaschen Alkohol aus dem Besitz Udais angeboten, darunter Weine aus den sechziger Jahren. Allein der Alkohol soll einen Wert von mehr als einer Million Dollar haben.
Nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein hatten Saddam-Gegner die ausgebombte Villa geplündert. US-Soldaten, die das Gebäude später untersuchten, hatten damals von unvorstellbaren Luxusgütern berichtet: In der Residenz hätten die Truppen riesige Vorräte edler Weine und Liköre entdeckt, berichtete damals die "Washington Post". Whisky, Wodka, französischer Champagner, Tequila und Modebiere wie beispielsweise das mexikanische Corona oder das amerikanische Miller-Bier seien dort gefunden worden - obwohl der Genuss von Alkohol mit dem Koran nicht vereinbar ist.
Die Soldaten hätten dort einen teilweise geplünderten Privatzoo entdeckt. Die Wände einer Sporthalle habe Udai Hussein über und über mit pikanten Fotografien tapezieren lassen, hieß es in dem Bericht weiter. Ein Soldat wurde mit den Worten zitiert, es sei "die größte Sammlung nackter Frauen, die ich je gesehen habe". Udai, der von seinem Vater im Kindesalter die Bagdader Folterkammern und Kerker gezeigt bekam, hatte dem Bericht zufolge auch Fotos der beiden Bush-Töchter Jenna und Barbara aufgehängt. Diese Bilder werden freilich nicht unter den Hammer kommen.
Auch die kubanischen Zigarren, die kistenweise in der Villa entdeckt worden waren, können nicht mehr versteigert werden. Die haben die US-Truppen bereits gequalmt.