Aus für Hochzeitsshow: "Risiko zu groß" - DER SPIEGEL
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Aus für Hochzeitsshow "Risiko zu groß"

Die Reality-Show "Who wants to marry a Multimillionaire?", die in der vergangenen Woche im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt worden war, ist von der Realität eingeholt worden. Der Millionär, der sich unter 50 Schönen eine Ehefrau ausgesucht hatte, soll seiner ehemaligen Verlobten gedroht haben, er werde sie umbringen. Das Ende der Show.
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Washington - Als in der vergangenen Woche mehr als eine Drittel aller Amerikanerinnen unter 35 Jahren die Show "Who wants to marry a Multimillionaire?" (Wer will einen Multimillionär heiraten?) verfolgten, sah der Fernsehsender Fox schon eine Dollar-Springflut auf sich zukommen. Hohe Einschaltquoten, viel Werbung, hoher Gewinn. Doch die Rechnung ging nicht auf: Der feine Bräutigam soll in der Vergangenheit mit seiner Ex-Verlobten und dem Gesetz in Konflikt gekommen sein. Dabei hatte der Sender gerade ihn aus der Schar der Bewerber ausgewählt, weil er so charmant und attraktiv sei.

Inzwischen zog das Unternehmen Konsequenzen. Die Sendung werde es nicht wieder geben. Zuvor war bereits eine für Dienstag geplante Wiederholung aus dem Programm genommen worden. Mike Darnell, der kreative Kopf, der die Idee zu der Mischung aus "Herzblatt", "Wer wird Millionär?" und einer Misswahl hatte, erklärte: "Das Risiko ist es nicht wert. Das ist das Ende der Show. Wir werden keine weiteren Folgen produzieren."

Der Sender reagierte damit auf Berichte, wonach der frisch gebackene Bräutigam, Rick Rockwell, 42, seine Ex-Verlobte mit dem Tode bedroht haben soll, als sie sich von ihm trennen wollte. Das sei vor neun Jahren gewesen, berichteten "Los Angeles Times" und "New York Times" am Montag übereinstimmend. Am Dienstag hieß es in Zeitungsberichten, Rockwell habe gegenüber dem Sender verschwiegen, dass damals eine richterliche Anordnung gegen ihn verfügt worden war.

Debbie Goyne - nach ihren Angaben hatte sie mit Rockwell eine 18 Monate dauernde Beziehung - gab damals zu Protokoll, ihr Verlobter habe sie bedroht. "Er sagte, er werde mich überall finden und mich töten." Mehrmals sei er in ihre Wohnung eingedrungen, habe sie geschlagen und ihren Wagen beschädigt. "Beim Sex wurde er oft brutal, physisch und verbal." Ein Gericht verfügte daraufhin, Rockwell dürfe der Frau nicht näher als 100 Meter kommen. Die richterliche Anordnung und Goynes Aussage wurden nach Angaben der "New York Times" zuerst auf der Website "The Smoking Gun"  veröffentlicht. Wie die Zeitung weiter berichtet, hat sich das Unternehmen darauf spezialisiert, Gerichtsakten auszugraben.

Frisch aus den Karibik-Kreuzfahrt-Flitterwochen zurück, räumte Rockwell gegenüber einem lokalen TV-Sender ein, er habe vor knapp zehn Jahren eine Beziehung geführt, "die mies zu Ende ging". Behauptungen, wonach er seine damalige Freundin misshandelt habe, seien jedoch falsch. "Ich habe keine meiner Freundinnen jemals aus irgendeinem Grund geschlagen." Zu dem Vorwurf, er habe gegenüber dem Sender nicht mit offenen Karten gespielt, sagte er: "Ich war der Ansicht, dass dies Kapitel meines Lebens beendet ist." Die Hochzeitsreise "hat damit begonnen, dass ich mir einfach gewünscht habe, die wahre Liebe in einer TV-Show zu finden." Dass dies so viel Staub aufwirbelt, verwundere ihn.

Was die junge Braut, Drava Conger, zu der Aufregung um ihren frisch angetrauten Gatten sagt, wurde nicht bekannt. Der Millionär hatte die 34-jährige Krankenschwester Conger aus Santa Barbara unter 50 heiratswilligen Frauen ausgesucht. Eine bereitstehender Friedensrichter brachte die Braut blitzschnell unter die Haube - nachdem sie einen Ehevertrag unterzeichnet hatte, der Rockwells Vermögen schützt.