Aus Rache: Schüler erschießt seinen Lehrer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Aus Rache Schüler erschießt seinen Lehrer

Wieder ist eine amerikanische Schule Schauplatz einer Bluttat geworden: Wegen schlechten Benehmens hatte ein Lehrer in Florida einen 13-Jährigen nach Hause geschickt. Der Schüler kehrte mit einer Waffe zurück und erschoss den Pädagogen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lake Worth - Die Tat ereignete sich an der Community Middle School von Lake Worth in Florida. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Junge mit Wasser gefüllte Luftballons durch das Klassenzimmer geworfen. Er wurde deshalb vorzeitig nach Hause geschickt. Kurz vor Unterrichtsschluss kam der Siebtklässler jedoch in die Schule zurück. Er wollte mit zwei Schülerinnen sprechen, die sich in der Klasse des 35-jährigen Lehrers Barry Grunow aufhielten. Als Grunow den Jungen aufforderte zu gehen, zog dieser eine Pistole aus der Hosentasche und traf den Mann mit einem einzigen Schuss tödlich ins Gesicht. Anschließend stellte sich der 13-Jährige der Polizei. Nach Angaben der Schulbehörde gab es bei der Bluttat keine weiteren Verletzten.

Wie die Schulverwaltung mitteilte, galt der Junge als Musterschüler. Er hatte gute Noten und sollte im neuen Schuljahr als Vermittler bei Streitigkeiten an der Schule eingesetzt werden. Der Polizei zufolge hatte der 13-Jährige die Schusswaffe und Munition bereits in der vorigen Woche aus der Schublade eines Küchenschranks im Haus seines Großvaters genommen. Bei der Vernehmung gab der Junge an, er habe den von ihm erschossenen Lehrer gemocht.

Die amerikanische Öffentlichkeit ist in den letzten Jahren immer wieder von Bluttaten an Schulen aufgeschreckt worden. Im April vorigen Jahres erschossen zwei Schüler an der Columbine-Oberschule in Littleton in Colorado zwölf Mitschüler und einen Lehrer und töteten sich anschließend selbst. Präsident Bill Clinton forderte angesichts der Gewalttaten den Kongress auf, schärfere Waffengesetze zu verabschieden. Dies scheiterte jedoch wiederholt an der konservativen Parlamentsmehrheit. Am 14. Mai, dem Muttertag, demonstrierten in Washington Zehntausende Mütter für eine Verschärfung der Waffengesetze.