Ausnahmezustand: Tausende Ungarn flüchten vor Hochwasser - DER SPIEGEL
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Hochwasser in Ungarn: Tausende Helfer im Einsatz

Foto: Sandor H. Szabo/ dpa

Ausnahmezustand Tausende Ungarn flüchten vor Hochwasser

Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz, Polizisten und Soldaten unterstützen den Kampf gegen die Fluten: In Osteuropa wird die Hochwassersituation immer dramatischer. Inzwischen ist auch der Nordosten Ungarns betroffen.
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Warschau - Nach wochenlangem Dauerregen traten im Nordosten Ungarns die Flüsse Hernad, Sajo und Boldva über ihre Ufer. Rund 2300 Anwohner wurden in Sicherheit gebracht, wie ein Sprecher der Rettungskräfte am Samstag sagte. Mehr als 12.000 Polizisten, Soldaten und Feuerwehrleute befanden sich im Einsatz. In der ungarischen Hauptstadt Budapest wurden die Ufer der Donau wegen Hochwassers für den Verkehr gesperrt.

Auch in den polnischen Hochwassergebieten spitzte sich die Lage zu. In der Hauptstadt Warschau wurde erneut Alarm ausgerufen, da eine zweite Hochwasserwelle erwartet wurde. Die Bewohner der an die Weichsel grenzenden Viertel sollten sich für eine Evakuierung bereithalten. Im Süden und Südosten Polens brachten die Helfer am Sonntag Zehntausende Menschen vor Überschwemmungen in Sicherheit.

Deiche gebrochen

"Polizei und Armee nahmen weitere Evakuierungen vor", sagte Feuerwehrsprecher Pawel Fratczak. Die Zahl der Todesopfer sei inzwischen auf 22 angestiegen. Am schwierigsten sei die Lage im Süden und Südosten Polens, so Fratczak. An vielen Orten entlang der Weichsel seien Deiche gebrochen, das Hochwasser in den bereits überschwemmten Ufergebieten sei weiter angestiegen. Mehrere Straßen wurden durch Erdrutsche unpassierbar.

Rund 17.000 Feuerwehrleute und 3000 Soldaten waren in den Hochwassergebieten im Einsatz. Der Einsatz konzentrierte sich auf die 25.000-Einwohner-Stadt Sandomierz (Sandomir), die bereits während des Weichsel-Hochwassers vor zwei Wochen schwer beschädigt worden war. Am Samstagabend brach dort erneut ein Deich.

In der Slowakei war ebenfalls Land unter: "Wir sind durch Dörfer gefahren, durch die nicht einmal ein Bach fließt und die weit vom nächsten Fluss entfernt sind. Diese Menschen konnten einfach nicht darauf vorbereitet sein, dass ihre Häuser jetzt unter Wasser stehen." So schilderte der Innenminister Robert Kalinak in der Regierungspressekonferenz die Lage, die er nach tagelangen Regenfällen in den Überflutungsgebieten im Osten des Landes vorfand.

Verschmutzte Häuser

In vielen Orten lasse sich der Hochwasserstand nicht einmal mehr messen: Die Vorrichtungen seien auf diesen noch nie dagewesenen Höchststand überhaupt nicht eingestellt, ergänzte Premier Robert Fico und sprach von einem "Jahrtausendhochwasser".

In den meisten Regionen der Slowakei hatte man bereits ein Zurückgehen der Pegelstände gemeldet. Hunderte Evakuierte kehrten wieder in ihre mit Schlamm verschmutzten Häuser zurück. Da brachte eine neue Flut am Freitag und Samstag noch schlimmere Schäden als die Unwetter und Überschwemmungen in den Tagen zuvor und eine erste, schon im Mai überstandene Welle von Überflutungen.

jdl/dpa/AFP

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