Aussichten: Deutschland im Wetterchaos - DER SPIEGEL
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Aussichten Deutschland im Wetterchaos

Die Norddeutschen können das Gesicht in die Sonne halten und Sommersprossen sammeln, in Bayern und Österreich übt man sich dagegen im Pfützenspringen. Das Wetter teilt Deutschland: Sommer gibt es derzeit nur in Richtung Küste - dafür punktet der Süden mit Neuschnee.
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Reit im Winkl/Wien - Im Norden schön, im Süden weniger - so könnte man den Sommer in diesen Tagen zusammenfassen. Während es an der Küste sommerliche Temperaturen gab, spielte das Wetter in Bayern und Österreich verrückt. Regenfluten und Neuschnee haben zum Wochenbeginn Überschwemmungen verursacht und den Verkehr behindert.

Auf der bayerischen Winklmoos-Alm bei Reit im Winkl fielen nach Angaben des Wetterdienstes meteomedia seit Montagmorgen 74,5 Liter Regen pro Quadratmeter. Auf der Zugspitze liegen meteomedia zufolge 60 Zentimeter Neuschnee. Insgesamt sei dort am Dienstag eine Schneehöhe von 275 Zentimetern gemessen worden. Auch im Nachbarland Österreich regnete es 36 Stunden ununterbrochen.

Nach einem Erdrutsch wurde eine Straße in Kärnten zwischen Lieserbrücke und Gmünd am Dienstag gesperrt, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA mitteilte. Auch in Tirol waren Straßen unpassierbar. In höheren Lagen behinderte Schneetreiben die Autofahrer.

Die Kettenpflicht auf der Silvretta-Hochalpenstraße wurde jedoch inzwischen aufgehoben. Aus Oberösterreich meldeten die Meteorologen Hochwasser. Die Tageshöchsttemperaturen im Land lagen mit etwa 12 Grad deutlich unter dem für die Jahreszeit üblichen Durchschnitt.

Die heftigen Regengüsse in Bayern sollen noch bis zum Mittwoch anhalten. Das Umweltlandesamt wies darauf hin, dass das Wasser in den Flüssen deutlich steigt. Am Inn sei es in der Nacht zum Dienstag zu ersten Überschwemmungen gekommen. Für das Wochenende sagen die Meteorologen wieder sommerliche Temperaturen voraus, warnen aber bereits vor heftigen Gewittern.

Zunächst soll Hoch "Corina" im Nordwesten auch am Mittwoch die Sonne scheinen lassen, bevor es dann langsam nach Norden abzieht. In der Folge steht dann ganz Deutschland unter dem Einfluss der östlichen Luftströme, die auch am Mittwoch noch wahre Regenmassen vor allem ins Voralpenland bringen sollen.

In einigen Teilen Bayerns erwarten die Meteorologen Niederschlagssummen bis zu 100 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden und warnen vor Hochwasser und Überflutungen. Bei wechselnder Bewölkung ist zum Wochenende hin vor allem vormittags mit längeren sonnigen Abschnitten zu rechnen. Nachmittags steigt jedoch das Gewitter- und Schauerrisiko stark an.

han/AP