Austauschaktion Telekom ersetzt Telefonzellen
Bonn/Bielefeld - Vor allem in Bahnhöfen, an Flughäfen und in Einkaufszentren will die Deutsche Telekom anstelle der eine gewisse Privatheit sichernden Häuschen künftig offene Telefonsäulen errichten. Unternehmenssprecher Ulrich Lissek sagte am Freitag in Bonn, die Münzen und Telefonkarten schluckenden Säulen seien mit einem Preis von weniger als 10.000 Mark um mehr als ein Drittel billiger als die gewohnten Telefonzellen.
Der Telekom-Sprecher widersprach allerdings entschieden einem Bericht des in Bielefeld erscheinenden "Westfalen-Blattes", der Telekommunikationsriese wolle nach und nach alle 135.000 Telefonzellen abbauen und durch die gertenschlanken und nicht überdachten Säulen oder durch Telekioske ersetzen. "Das ist Quatsch", sagte Lissek. Auch weiter werde die Telekom Telefonzellen errichten, wo dies nötig sei. Die Telefonsäulen würden im Rahmen der normalen Modernisierung zunächst vor allem in geschützten Innenräumen aufgestellt. Während normale Telefonzellen Lissek zufolge mit mehr als 15.000 Mark zu Buche schlagen, sollen die Telefonsäulen weniger als 10.000 Mark kosten.
Nach dem Zeitungsbericht sollen von den neuartigen Telekiosken bis Ende 2001 bundesweit 1.000 Stück aufgestellt werden. Daran soll neben Telefonieren auch Internet-Surfen, elektronisches Faxen, E-Mailing und das Senden von SMS-Nachrichten möglich sein. Nach Schätzungen des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sind ein Drittel aller Telefonzellen unwirtschaftlich, auch wegen der zunehmenden Verbreitung von Handys.