Australien Ausgesetztes Mädchen kommt zur Großmutter
Wellington - Die kleine Qian Xun Xue soll in sieben bis zehn Tagen aus Australien nach Neuseeland zurückkehren. Dort war nach schwierigen Nachforschungen über die Herkunft des ausgesetzten Kindes schließlich die Leiche ihrer Mutter gefunden worden. Nach dem 54-jährigen Vater, der sich in die USA abgesetzt hat, läuft eine internationale Großfahndung.
Die Großmutter des Mädchens, Liu Xiao Ping, solle so schnell wie möglich aus China nach Neuseeland fliegen, um ihre Enkelin in ihre Obhut zu nehmen, sagte Ruth Dyson, eine Sprecherin des neuseeländischen Sozialministeriums. Die Chinesin "hat gerade erst erfahren, dass ihr Schwiegersohn ihre Enkelin ausgesetzt hat und selbst wahrscheinlich in den USA ist, und dass ihre Tochter tot ist", so Dyson. "Das muss sehr schlimm für sie sein, und wir wollen ihr alle mögliche Unterstützung bieten."
Die Polizei in Los Angeles ist nach Angaben ihres Interpol-Verbindungsoffiziers Federico Sicard zuversichtlich, den Vater des Mädchens schnell zu finden. "Die chinesische Gemeinschaft weiß, dass er hier in den USA ist, und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie wissen, für welches schreckliche Verbrechen er gesucht wird. Sie werden Kontakt zu uns aufnehmen", sagte der Polizist in Radio Neuseeland.
Die kleine Qian Xun Xue war in der vergangenen Woche auf dem Melbourner Bahnhof Southern Cross aufgegriffen worden. Sie stand allein am Fuße einer Rolltreppe und blieb trotz intensiver Bemühungen stundenlang stumm. Die Auswertung der Filme aus den Überwachungskameras ergab schließlich, dass die Kleine an der Hand eines Mannes durch den Bahnhof gelaufen und an der Rolltreppe allein stehengelassen worden war. Der Mann entpuppte sich als der 54-jährige Vater des Kindes, Nai Yin Xue. Nachforschungen führten die Ermittler nach Neuseeland, wo die chinesisch-stämmige Familie zu Hause war. Im Kofferraum von Xues Auto, das vor dem Haus geparkt war, entdeckte die Polizei dann die Leiche der 27-jährigen Mutter des kleinen Mädchens.
pad/AFP