Australien Camperin wehrt Krokodil-Angriff ab
Sydney - Der Krokodilangriff ereignete sich in der Nacht an der Küste von Bathurst Bay, etwa 300 Kilometer nördlich der Stadt Cairns in Queensland. Das 4,2 Meter lange Reptil drang in das Zelt eines schlafenden 34-jährigen Familienvaters ein und zerrte ihn in Richtung Ozean. Die Rettung kam aus dem Nachbarzelt: "Eine 60-jährige Frau hörte den Tumult und sprang auf das Krokodil", berichtete Stephen Pemberty vom Royal Flying Doctor Service, einem Luftrettungsdienst.
Das Krokodil ließ daraufhin den Mann los, schnappte nach der Frau und schleifte sie in Richtung Meer. Einer der Camper konnte das Tier jedoch erschießen, bevor es mit seiner Beute in den Fluten abtauchen konnte. Der Mann erlitt einen Arm- und Beinbruch sowie Schnitte und Prellungen. Der Frau wurde bei dem Angriff ein Arm gebrochen.
Die verletzten Campern gelang es, ein Lichtsignal abzufeuern und dadurch einige Wildhüter auf sich aufmerksam zu machen. Die Ranger konnten die Gruppe in eine nahe gelegene Ranger-Station im Lakefield-Nationpark bringen und von dort in ein Krankenhaus in Cairns ausfliegen.
In Australien fallen jedes Jahr mehrere Menschen Krokodil-Attacken zum Opfer.
- So entkam im April ein elfjähriges Mädchen nur um Haaresbreite einem Angriff. Das Kind war beim Schwimmen in einem Fluss von einem drei Meter langen Reptil angegriffen worden, konnte aber durch einen Bootsführer gerettet werden. Der Mann, ein ehemaliger Krokodiljäger, hatte nach eigenen Angaben dem Tier seinen Finger ins Auge gestoßen, damit es seine Beute losließ.
- Im Dezember des vergangen Jahres wurde ein 22-Jähriger vor den Augen seiner beiden Freunde von einem vier Meter langen Krokodil zerfleischt, als er während einer Radtour durch den Regenwald ein Bad im Fluss Finniss nehmen wollte. Die Begleiter des Mannes mussten sich auf einen Baum im Fluss flüchten. Die Polizei befreite sie 22 Stunden später.
- Für Aufsehen sorgte auch der Tod der 24-jährigen Deutschen Isabel von Jordan, die vor zwei Jahren im Kakadu-Nationalpark bei einem nächtlichen Bad von einem 4,5 Meter langen Tier angefallen worden war. Der Führer ihrer Reisegruppe wurde im vergangenen Jahr zu drei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt: Er hatte den Touristen erklärt, der Fluss Sandy Billabong sei krokodilfrei. Ende August dieses Jahres wurde von Jordans Tod erneut ein Fall für die Justiz. In einem Prozess sollte geklärt werden, ob in dem Nationalpark hinreichend vor Krokodilen gewarnt wurde.