Australische Asylpolitik Ex-Richter will sich gegen Flüchtling austauschen lassen
Schikane und Gewalt herrschten in dem Flüchtlingslagern, das behaupten die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch. Der Umgang mit Flüchtlingen in Australien ist seit geraumer Zeit Anlass für Kritik.
Das Land lässt grundsätzlich keine Flüchtlinge ins Land, die in Booten ankommen. Die Menschen werden in Lagern auf den Inseln Manus und Nauru interniert.
Nun hat der Vorstoß des pensionierten Richters Jim Macken in Australien Aufsehen erregt, das berichtet der "Guardian" . Der 88-jährige Jurist urteilte früher im Bundesstaat New South Wales am Arbeitsgericht. Im Juli wandte er sich mit einem Brief an den Immigrationsminister Peter Dutton.
88 y.o. Aussie ex-judge Jim Macken volunteers to swap places w/ a refugee in detention: https://t.co/IZydSreDlM pic.twitter.com/7dHyohQoV6
— PEDESTRIAN.TV (@pedestriandaily) September 1, 2016
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
"Ich kann nicht länger schweigen, während unschuldige Männer, Frauen und Kinder unter entsetzlichen Bedingungen auf Manus und Nauru leben", schrieb Macken. Er wolle sich auf einer der Inseln internieren lassen - im Gegenzug solle ein Flüchtling von dort in Australien leben dürfen. Es sei ein Körper-Tausch, zur Not wolle er auch seinen Pass abgeben.
Dem "Guardian" sagte Macken, er sei bereit, bis zu seinem Tod auf einer der Inseln zu leben. "Ich habe nichts zu verlieren. Wenn ich nur einem Flüchtling dort die Chance auf ein Leben in Australien geben kann, dann werde ich das tun." Macken ist Mitglied der Labour-Partei, die den flüchtlingsfeindlichen Kurs stützt.
Macken forderte Premierminister Malcolm Turnbull auf, die Internierung von Flüchtlingen auf den Inseln zu beenden. Der Regierungschef solle Mitgefühl und Gerechtigkeit walten lassen. Immigrationsminister Dutton hat auf den Tauschvorschlag bisher nicht reagiert.
Mitte August, nach Mackens Brief, erklärte Dutton, man wolle das Lager auf Manus schließen. Der Gerichtshof von Papua-Neuguinea, wozu die Insel gehört, hatte das Lager für rechtswidrig erklärt. Die Schließung solle umsichtig vonstatten gehen.