Australien Hoffnung für Hungerstreikende
Sydney - Hassan Varasi, einer der knapp 250 Hungerstreikenden, bestätigte in einem Rundfunkinterview das Ende des Protestes. Ob auch neun Jugendliche ihre Selbstmorddrohung zurückgenommen haben, war dagegen zunächst nicht klar.
Wie Einwanderungsminister Philip Ruddock am Mittwoch mitteilte, wurde den Flüchtlingen die Bearbeitung ihrer Asylanträge zugesichert. Als "Geste des guten Willens" bezeichnete Ruddock die Tatsache, dass den Hungerstreikenden keine Nachteile aus ihrem Protest entstehen sollen. Das mit einer Selbstmord-Drohung verknüpfte Ultimatum elf afghanischer Jugendlicher wurde um eine Woche verlängert.
Die verzweifelten Flüchtlinge hatten mit dem Hungerstreik gegen die Haftbedingungen und die schleppende Bearbeitung ihrer Asylanträge protestiert. Zu Beginn der Krise hatten sich Dutzende die Lippen zunähen lassen.
Schließung Woomeras empfohlen
Eine Regierungskommission hatte am Dienstag die Schließung Woomeras empfohlen, in dem extreme klimatische Bedingungen herrschen. Ruddock schloss das nicht aus, sagte aber, eine solche Entscheidung sollte nicht unter Druck getroffen werden. Insgesamt sind in Australien 3000 Asylsuchende interniert worden.
Ministerpräsident John Howard hat eine harte Haltung gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan, Iran, Irak und Südasien eingenommen. Howard nimmt am Weltwirtschaftsforum in New York teil und wird dort auch mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan zusammentreffen.