Australien: Knapp der Feuerwalze entkommen - DER SPIEGEL
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Australien Knapp der Feuerwalze entkommen

In Australien sind 14 Feuerwehrleute im letzten Moment gerettet worden, die von den seit Tagen anhaltenden Buschbränden hoffnungslos umzingelt waren. Der Polizei gehen unterdessen immer mehr Brandstifter ins Netz.
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Sydney - Die Feuerwehrleute waren am Donnerstagnachmittag in dem Tal Burragorang von den Bränden eingeschlossen worden. Sie hätten sich bereits auf das Schlimmste eingerichtet, sagte einer der Männer. "In den zehn Jahren, seit denen ich bei der Feuerwehr bin, war das sicher der schrecklichste Moment", sagte Feuerwehr-Hauptmann Michael Laverton am Freitag lokalen Medien.

Sein 20-jähriger Kollege Chris Tierney sagte, die Wipfel nahe stehender Bäume seien bereits von einem Ball aus Feuer erfasst worden, als Einsatzkräfte mit einem Hubschrauber die Brände zurücktreiben und ihnen damit die Flucht ermöglichen konnten.

Die Männer hatten sich auf ein ausgebranntes Feld zurückgezogen und versucht, den Zufluchtsort dadurch zu sichern, dass sie die nächst gelegenen Bäume mit Kettensägen umlegten.

Günstigere Wetterbedingungen erleichterten am Freitag den Kampf der rund 10.000 Feuerwehrleute. Die sommerlichen Temperaturen lagen niedriger als die Tage zuvor und die Winde wehten weniger stark.

Gefährliche Kombination

Die Feuerwehr erwartete jedoch erneut ein schwieriges Wochenende. "Die Nachrichten vom Wetter bleiben schlecht", sagte Bob Carr, Ministerpräsident des Bundesstaates New South Wales, zu dem Sydney gehört. Es sei eine "gefährliche Kombination aus hohen Temperaturen, Winden und niedriger Luftfeuchtigkeit" zu erwarten.

Die Brände erstrecken sich inzwischen über eine Länge von 2000 Kilometer entlang der australischen Ostküste. Es sind die größten Buschbrände seit 1994, als innerhalb von 16 Tagen ein Gebiet verbrannte, das doppelt so groß war wie der Großraum London.

Unterdessen nahm die australische Polizei zwei mutmaßliche Brandstifter fest. Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtete, wurde ein 14 Jahre alter Junge in Albury an der Grenze der Bundesstaaten New South Wales und Victoria gefasst. Er soll am Donnerstag eine Grasfläche neben einer Tankstelle in Brand gesteckt haben. In Sydney wurde ein 16 Jahre altes Mädchen wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen. Sie soll in einem Vorort der Stadt ein Feuer gelegt haben. Damit wurden seit Beginn der Brandkatastrophe in Australien bereits 25 mutmaßliche Feuerteufel festgenommen, die meisten von ihnen Jugendliche.