Australien "Megafeuer" wütet 75 Kilometer vor Sydneys Zentrum
Im Osten Australiens brennt nach Angaben der Feuerwehr ein "Megafeuer". Die 60 Kilometer breite Front wütet nahe der Stadt Sydney, einer der Brandherde liege 75 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Fast 3000 Feuerwehrleute sind im Einsatz.
Die Australier sind es gewohnt, dass in den Sommermonaten aus vielen Ecken des Landes Brände gemeldet werden. Doch die Saison der Buschfeuer beginnt für gewöhnlich erst im Dezember. In diesem Jahr gab es bereits im Oktober die ersten Verheerungen, bereits jetzt ist die Rekordfläche von rund einer Million Hektar verbrannt. Eine ungewöhnlich lange Dürre, starker Wind, geringe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen machen die Lage so bedrohlich. Wissenschaftler argumentieren, die Erderhitzung mache die Katastrophe schlimmer (lesen Sie hiereinen Gastbeitrag dazu).
Schon seit Tagen liegen Rauchschwaden über Sydney, es regnete Asche. "Es wird viele Wochen dauern, um diese Brände löschen zu können - und auch nur, wenn wir viel Regen bekommen", hieß es von der Feuerwehr.
Am Freitagnachmittag hatte sich erneut eine dicke Rauchdecke über Sydney gebildet. Dutzende Schulen blieben geschlossen, mehrere Sportveranstaltungen wurden abgesagt.
Ein Hund sitzt am Strand in Sydney: Rauchschwaden über der Stadt
Foto: Steven Saphore/ AAP/ DPADie Behörden forderten zudem die Bewohner dreier Vororte der Metropole Brisbane auf, sich in Sicherheit zu bringen. Die Bedingungen seien "äußerst gefährlich". Die Feuerwehr könne möglicherweise bald nicht mehr verhindern, dass die Brände sich weiter ausbreiteten, teilte die Brandschutzbehörde in Queensland mit. In mehreren Nationalparks der Region, darunter Wollemi, Yengo und Dharug, haben die Flammen schon verheerende Schäden hinterlassen.
Die Umweltbehörde hatte in den vergangenen Tagen von einer der schlimmsten Luftverschmutzungen überhaupt gesprochen, die Sydney derzeit erlebt. Im Bundesstaat New South Wales brennen mehr als 100 Buschfeuer. Das Wetter heizt die Flammen zusätzlich an: Meteorologen rechnen für die kommenden Tage weiter mit Dürre und Wind.