Australien schafft Adelsprädikat Ritter ab - DER SPIEGEL
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Titelvergabe abgeschafft Australien beendet Ritter-Ära

In Australien kann künftig niemand mehr Ritter werden: Die Auszeichnung sei "anachronistisch und altmodisch", sagt Premierminister Turnbull - und korrigiert damit eine Entscheidung seines Amtsvorgängers.
Prinz Philip, Ritter des australischen Ordens: Fotos wie diese wird es künftig nicht mehr geben
Prinz Philip, Ritter des australischen Ordens: Fotos wie diese wird es künftig nicht mehr geben

Prinz Philip, Ritter des australischen Ordens: Fotos wie diese wird es künftig nicht mehr geben

Foto: JOHN STILLWELL/ AFP
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Wer Ritter werden will, ist in Australien künftig chancenlos: Das Adelsprädikat passe nicht zur modernen Form der Würdigung, begründete Premierminister Malcolm Turnbull seine Entscheidung. Bereits in den Ritterstand erhobene Männer und ihre weibliche Entsprechung blieben davon unberührt. Vor Reportern in Sydney bezeichnete Turnbull die Titel als anachronistisch und altmodisch.

Mit der Entscheidung war bereits gerechnet worden, seit Turnbull seinen Rivalen Tony Abbott im September als Chef der Konservativen und damit automatisch auch als Regierungschef abgelöst hatte. Sein Vorgänger, ein glühender Anhänger der Monarchie, hatte viel Spott auf sich gezogen, als er Anfang des Jahres Prinz Philip, Ehemann der Queen, den australischen Ritterorden verlieh - viele Beobachter sahen darin den Anfang vom Ende der Amtszeit Abbotts.

Doch auch Turnbull konnte mit seinem Schritt nicht alle Australier zufriedenstellen. Die Liga der australischen Monarchisten warf ihm vor, heimlich gegen die Monarchie zu arbeiten und Australien in eine Republik verwandeln zu wollen.

Daran könnte durchaus etwas sein. Turnbull ist ehemaliger Vorsitzender des National Republican Movement. Die Lobbygruppe will Australien von einer konstitutionellen Monarchie in eine Republik umwandeln.

Derzeit ist die Queen Australiens Staatsoberhaupt. Bei einem Volksentscheid hatten sich 1999 fast 55 Prozent der Australier gegen eine Abkehr von der Monarchie ausgesprochen.

ulz/AFP/Reuters