Australien: Wie starb Premier Holt? - DER SPIEGEL
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Australien Wie starb Premier Holt?

Am 17. Dezember 1967 wurde der australische Premier Harold Holt zum letzten Mal gesehen - an einem Strand südlich von Melbourne. Er ging ins Wasser und kam nie wieder. Seither ranken sich die Verschwörungstheorien. Am Freitag soll die Akte Holt nun ein für alle Mal geschlossen worden.
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Hamburg - Ende der Woche wollen die Behörden des Bundesstaates Victoria den mit Spannung erwarteten definitiven Bericht über die Todesumstände des spurlos verschwundenen Premiers Harold Holt vorlegen und dann die Akte ein für alle Mal schließen.

Der damals 59-Jährige, ein Freund des flotten Freiluftlebens und der Frauen, hatte an jenem australischen Frühsommersonntag wie so oft vor seinem Lieblingsstrand südlich von Melbourne gebadet, doch diesmal blieb er in den Fluten - Holt tauchte nie wieder auf. Die Nation war entsetzt über das spurlose Verschwinden ihres Premiers, der sich in James-Bond-Pose mit Bikini-Beauties gefiel.

Hatte ihn ein Hai verschluckt? Oder steckte mehr dahinter? In Windeseile kursierten Verschwörungstheorien. Ein früherer Marineoffizier lancierte den Verdacht, Holt sei seit den dreißiger Jahren ein Spion Chinas gewesen und habe sich aus Angst vor Enttarnung mit Hilfe eines chinesischen U-Boots, das in Portsea bei Melbourne auf seinen Einsatz gewartet habe, ins rote Reich der Mitte abgesetzt.

Andere witterten die CIA hinter seinem Verschwinden, denn die habe befürchtet, dass Holt, obschon konservativ, die australischen Truppen aus Vietnam abziehen könnte. Ferner wurde spekuliert, Holt habe den Unfalltod nur vorgetäuscht, um mit einer Geliebten ein süßes Leben in Südfrankreich zu genießen, wo er zehn Jahre später an einem gewöhnlichen Herzanfall gestorben sei.

Lawrence Newell, der die Untersuchungen damals leitete, glaubt nicht an all diese Mutmaßungen. Der pensionierte Polizeiinspektor, mittlerweile 85, sagte jetzt dem amtlichen Leichenbeschauer, wie er den Fall bis heute einschätzt: Harold Holt habe schlicht seine schwimmerischen Fähigkeiten überschätzt und sei ins Meer gespült worden - ein australisches Schicksal.