Beim Einparken in Berlin Autobahnchef ohne TÜV erwischt
Autobahnchef Güntner: Pech mit dem Ersatzwagen
Foto: Marc John / IMAGOMichael Güntner, der Chef der bundeseigenen Autobahn GmbH, ist im Januar 2024 in eine Verkehrskontrolle geraten. Als er seinen Dienstwagen in der Berliner Innenstadt einparkte, wurde er von einer Polizeistreife darauf hingewiesen, dass die Plakette der Hauptuntersuchung seines Wagens, die sogenannte TÜV-Plakette, abgelaufen sei.
Transportservice auf der Balkanroute
Zwei Jahre lang jagte die Bundespolizei mit der Hilfe von Ermittlern anderer Staaten eine mutmaßliche Schleuserbande. Der Fall zeigt, wie professionell die Schlepper arbeiten und wie schwer sich ihr Geschäft stoppen lässt – auch wenn der jetzt beschlossene EU-Asylkompromiss umgesetzt wird.
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Ein Sprecher der Autobahn GmbH bestätigte den Vorfall auf Anfrage. Allerdings habe es sich bei dem Fahrzeug nicht um Güntners regulären Dienstwagen, sondern um ein Ersatzfahrzeug gehandelt. »Da die Plakette aber noch keine vier Wochen abgelaufen war, fiel kein Bußgeld an«, erklärt die Autobahn GmbH.
Gleichwohl dürfte der Vorgang peinlich für das Staatsunternehmen gewesen sein: Einige Wochen später wurde nach SPIEGEL-Informationen der Fuhrparkchef der Firma auf eine neue Stabsstelle umgesetzt. Anlass dafür sei aber nicht der abgelaufene TÜV des Dienstwagens gewesen, sondern vielmehr Compliance-Vorwürfe, heißt es aus dem Unternehmen.
Demnach habe der Fuhrparkchef einen inzwischen entlassenen Mitarbeiter protegiert, der neben dienstlichen auch private Fahrten über die Autobahn GmbH abgerechnet haben soll. Zu den Compliance-Vorwürfen gegen den Fuhrparkchef erklärte die Autobahn GmbH, dass man sich zu internen Personalangelegenheiten nicht äußern werde.
Die staatseigene Autobahn GmbH, die seit Januar 2021 Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung und Finanzierung der bundeseigenen Autobahnen zentral organisiert, fährt überwiegend Dienstwagen des französischen Herstellers Peugeot.
Wie das »Handelsblatt« zuerst im Sommer 2022 unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtete , hätten Fehler in den Ausschreibungen zur Beschaffung ausländischer Modelle geführt. Das Unternehmen habe zum Teil allein nach dem Preis ausgeschrieben.
Dies wurde auch dem SPIEGEL bestätigt. Das höhere Management fahre überwiegend Volvo SUV, hieß es laut dem Unternehmen.