Autobahn-Katastrophe Todesfahrt nach Paris
Hensies/Belgien - Der zweite Fahrer des Unglücksbusses von Belgien hat nach Angaben des Reiseveranstalters Rainbow Tours durch geistesgegenwärtiges Handeln die Rettung der 37 Überlebenden ermöglicht. "Er hat in der Schlafkabine geschlafen, wurde bei dem Unfall herausgeschleudert und hat schnell die Türe geöffnet, die verklemmt war", sagte der Geschäftsführende Gesellschafter Mathias Kampmann am Samstag.
Bei dem Unglück des Busses, den Rainbow bei einem bayerischen Reiseunternehmen aus Gößweinstein gechartert hatte, kamen am frühen Samstagmorgen an der belgisch-französischen Grenze elf Menschen ums Leben. Unter den Toten sei auch die Reiseleiterin und der erste Busfahrer. Nach Angaben der Polizei war der Bus von der Fahrbahn abgekommen und nach der Kollision mit einem Betonpfeiler ausgebrannt. Von dem Bus blieb nur ein schwarzes Metallgerippe übrig. Die meisten Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verkohlt, ihre Nationalität war zunächst unklar.
Die Verunglückten kamen aus den Regionen München, Stuttgart, Frankfurt am Main und Köln. Sie befanden sich auf einer weihnachtlichen Ferienreise nach Paris. Der Unfall ereignete sich rund 60 Kilometer südwestlich von Brüssel in der Nähe der Stadt Hensies an der französischen Grenze.
Die Unglücksursache wird noch untersucht. Der Bürgermeister von Hensies, Eric Thiebaut, sagte im Rundfunksender VRT, es scheine, als ob der Fahrer die Kontrolle über den Bus verloren habe. Möglicherweise sei der Fahrer übermüdet gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Nach Angaben des Radionsenders RTBF ist der Bus vor dem Aufprall Zickzack gefahren. "Die Leute schrien und versuchten, aus dem Bus zu entkommen", zitiert der Sender einen Augenzeugen. Ein anderer sagte, einige Passagiere hätten die Fenster des Busses eingeschlagen und seien so herausgekommen.