Autobahnraststätten: Nötigung auf dem Klo - DER SPIEGEL
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Autobahnraststätten Nötigung auf dem Klo

Ein dringendes Bedürfnis muß auf Autobahnraststätten gemeinhin in klingender Münze abgegolten werden. Scharen von Klofrauen und -männern kassieren quasi eine "Pinkel-Maut", sagt der Auto Club Europa (ACE).
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Stuttgart - 50 Pfennig "Trinkgeld" sind es gewöhnlich, die von den Hütern der Kloschüsseln erwartet werden. Bei vom ACE geschätzten 150 Millionen Besuchern im Jahr ergibt das einen Silbergeldberg von 75 Millionen Mark in den vereinigten Zahltellern. Als Gebühr sei diese Abgabe allerdings nicht zu verstehen, so die Pinkelmaut-Kritiker am Donnerstag. Es bestehe keine Zahlungsverpflichtung. Der Besucher zahlt die Kosten für den Toilettengang über den Verzehrpreis gleich mit. Und doch herrsche am Teller eine "nötigende Atmosphäre".

Unklar ist laut Auto Club auch, wer vom Toilettengeld wirklich profitiert. Man vermutet, "die Toilettenmänner kassieren und werden selbst abkassiert". Die Autobahn Tank & Rast AG vermeldete, daß nach der Privatisierung der Raststätten einzelne Pächter dazu übergingen, ihrerseits die Toilettenanlagen an Dritte abzugeben. Der ACE spricht von "mafiösen Praktiken" wie etwa Schutzgelderpressungen für saubere Toiletten.

Der Tip vom Club: "Einfach nicht mehr ins Portemonnaie greifen." Dann trockne der Sumpf schnell aus.