Ayla: 800 Menschen kamen zur Trauerfeier - DER SPIEGEL
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Ayla 800 Menschen kamen zur Trauerfeier

Zu einer Gedenkfeier für die ermordete Ayla haben sich in Zwickau rund 800 Menschen versammelt. Am kommenden Sonntag soll das Mädchen beerdigt werden.
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Zwickau - Zu der bewegenden Andacht in der Moritzkirche waren auch Aylas Mutter und nahe Angehörige gekommen. An die Familie gewandt sagte Superintendent Eberhard Dittrich: "Auch das ist Zwickau, dass Menschen an Ihrer Seite sind." Auf die Fragen nach den Gründen für die schreckliche Tat werde es keine Antwort geben. Vor Beginn der Feier läuteten minutenlang die Kirchenglocken. Zahlreiche Eltern waren mit ihren Kindern gekommen, viele im Alter von Ayla.

Der mutmaßliche Mörder des Mädchens hat unterdessen zugegeben, dass er die Sechsjährige vor ihrem Tod sexuell mißbraucht hat. Der 37-Jährige habe schriftlich erklärt, das entkleidete Mädchen am ganzen Körper gestreichelt zu haben. Dies gelte als sexueller Missbrauch, sagte Oberstaatsanwalt Holger Illing. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Obduktion steht allerdings noch nicht fest, ob der Mann das Mädchen auch vergewaltigt hat.

Dem Bericht zufolge würgte der 37-Jährige das Mädchen und schnitt ihm mit einem Messer in den Hals. An diesen beiden Verletzungen sei Ayla noch am Tatort in einem Waldstück nahe Zwickau gestorben. Der Täter hatte Ayla zuvor auf dem Weg zur Schule abgepasst und gewaltsam in den Kofferraum seines Autos gezerrt. Nur zwölf Stunden später war er festgenommen worden.

Der 37-Jährige war 1998 wegen sexuellen Kindesmissbrauchs zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden. Er hatte sich an seiner Nichte und seinem Neffen vergangen, als diese in den Schulferien bei ihm zu Besuch waren. Bereits vor 20 Jahren hatte er eine alte Frau erstochen. Ein DDR-Gericht hatte ihn damals zu 15 Jahren Haft verurteilt. Nach der Wiedervereinigung war die Strafe nach Jugendstrafrecht auf zehn Jahre reduziert worden.