Baby-Panda von Washington heißt "Bao Bao" - DER SPIEGEL
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Washingtons Baby-Panda Chinas Schatz für Amerika

Ein Panda-Baby verzaubert von Washington aus die USA und den Rest der Welt. Die ersten tapsigen Gehversuche, die Kulleraugen, alles per "Panda-Cam" festgehalten. Nun hat das Tier einen Namen, "Bao Bao". Michelle Obama gratulierte per Videobotschaft und setzt auf "Panda-Diplomatie" mit China.
Washingtons Baby-Panda: Chinas Schatz für Amerika
Washingtons Baby-Panda: Chinas Schatz für Amerika

Washingtons Baby-Panda: Chinas Schatz für Amerika

Foto: AP/ Smithsonian National Zoo
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Wenn Amerikas Liebling einen Namen bekommt, steht selbst die First Lady parat. Zwar nicht vor Ort im Washingtoner Zoo, aber vor der Kamera. Michelle Obama meldete sich per Videobotschaft zur Taufe des drei Monate alten Panda-Babys des "National Zoo". Und zeigte sich, wie so viele ihre Landsleute, begeistert von dem kleinen Bärenmädchen. Als eine von über 123.000 Panda-Enthusiasten aus aller Welt hatte sich Obama an der Online-Abstimmung über den Namen des Babys beteiligt.

Es hätte wie die chinesische Disney-Heldin "Mulan" heißen können; oder "Long Yun", was soviel heißt wie bezaubernder Drache. Die Wähler konnten zwischen fünf Namen entscheiden. Letztendlich haben die meisten für Bao Bao gestimmt: "Schatz" oder "kostbar" bedeutet das im chinesischen Mandarin. Und kostbar ist der Nachwuchs für den Zoo von Washington tatsächlich.

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"Bao Bao": Ein Panda-Baby für die Diplomatie

Foto: AP/ Smithsonian National Zoo

Seit der Geburt des Pandas ist ganz Amerika wie besessen von Bao Bao. All ihre Gehversuche in der neuen Welt sind für Fans durch eine "Panda-Cam" im Internet zu beobachten . Und so sahen die Zuschauer, wie das Panda-Mädchen auf dem Bauch liegend wie ein robbendes Baby versuchte, auf die Füße zu kommen. Im Oktober war zwei Wochen das Bild weg: Wegen des Government Shutdown ging im Zoo fernsehtechnisch nichts mehr. Ein Skandal, fanden viele Hauptstadt-Bürger.

"Einer der neuesten und bezauberndsten Bewohner Washingtons"

Das Panda-Mädchen ist erst der zweite Nachwuchs eines sogenannten Großen Pandas in diesem Zoo, der überlebt hat. Bao Bao entstand durch künstliche Befruchtung, nachdem seine Mutter zwischen 2007 und 2012 fünf Fehlgeburten erlitten hatte. Weltweit gibt es nur noch rund 1900 Tiere dieser Art. Davon leben 300 in Zoos. Die Großen Pandas zeichnen sich durch schwarz-weißes Fell aus, sie sind eine der bedrohtesten Tierarten.

"Ich freue mich sehr, heute einen der neuesten und bezauberndsten Bewohner Washingtons zu feiern", sagte Michelle Obama in ihrer Videobotschaft. Der Zeitabstand der Namensgebung genau hundert Tage nach der Geburt folgt einer chinesischen Tradition: Der Brauch soll dem Baby helfen, in bester Gesundheit aufzuwachsen und über 100 Jahre alt zu werden.

Und dann wechselte die First Lady ins diplomatische Fach: Das Tierbaby stehe für das enge Band zwischen den Nationen, zwischen den USA und China sowie für die gute Zukunft dieser besonderen Tierart, so Obama. "Das ist viel für einen jungen Panda. Aber ich denke, sie macht das schon." Diplomatische Hilfe scheint auch nötig. Momentan sind die Fronten zwischen beiden Ländern im Streit über die von China eingerichtete Luftverteidigungszone über einer umstrittenen Inselgruppe im Ostchinesischen Meer verhärtet.

Die ersten Pandas waren 1972 nach Präsident Nixons historischem China-Besuch in Washington angekommen. Richard Nixon war der erste US-Präsident, der das kommunistische China besucht hatte. Seitdem stehen die Tiere symbolisch für die Diplomatie zwischen beiden Ländern. Michelle Obama betonte, es sei eine ihrer Vorgängerinnen, die First Lady Pat Nixon, gewesen, welche die "Panda-Diplomatie" angestoßen habe.

Auch Chinas First Lady war mit einer Video-Botschaft bei der feierlichen Namensvergabe im Zoo von Washington vertreten. Peng Liyuan, in ihrer Heimat als Sopranistin bekannt, sagte, Große Pandas seien Chinas nationaler Schatz: "Viele Leute lieben Baby-Pandas so sehr wie ihre eigenen Kinder."

Die Besucher des Zoos und Bao Bao werden sich wohl Anfang Januar kennenlernen können. Dann soll die kleine Panda-Dame den Besuchern vorgestellt werden. Von Angesicht zu Angesicht - ganz ohne "Panda-Cam".

wei