Baby Sarah: Vater gesteht Entführung - DER SPIEGEL
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Baby Sarah Vater gesteht Entführung

Nun hat der Vater gestanden, was die Polizei längst wusste: Dass er und sein Bruder die sechs Monate alte Sarah entführt und bei muslimischen Freunden untergebracht hatten. Sie hätten auch überlegt, das Baby nach Syrien zu bringen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mainz - Weil die Erziehung seines Kindes nicht muslimisch genug war, hat der Vater von Sarah sein eigenes Kind von einem Supermarktparkplatz in Mainz entführen lassen. Er habe damit ein Zeichen setzen wollen, gestand er der Polizei. Damit bestätigte der syrische Informatikstudent im Wesentlichen das, was sein ebenfalls inhaftierter Bruder, 34, und ein beteiligter Libanese der Polizei schon geschildert hatten.

Der 24-Jährige gab an, Auseinandersetzungen mit seiner 19 Jahre alten Ehefrau über die Erziehung von Sarah gehabt zu haben. Die Mutter Karima stammt von syrischen Eltern, ist aber in Deutschland aufgewachsen.

Sein Bruder habe das Baby nach der Entführung Ende Januar in die Wohnung des mit ihm befreundeten Libanesen nach Völklingen im Saarland gebracht. Dort habe es ein paar Tage bleiben sollen. Zwischenzeitlich sei allerdings auch überlegt worden, das Baby nach Syrien zu bringen.

Der Fall wuchs den Beteiligten dann jedoch wegen der bundesweiten Großfahndung der Polizei über den Kopf. Der Libanese setzte das Kind schließlich nach fünf Tagen vor einem Haus in Dellfeld bei Zweibrücken aus, wo es unversehrt entdeckt wurde.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Mainzer Polizei setzte eine 80-köpfige Sonderkommission ein. Auf einer Pressekonferenz zwei Tage nach dem Verschwinden des Kindes appellierte die nach Überzeugung der Ermittler ahnungslose Mutter im Mainzer Polizeipräsidium vor Fernsehkameras unter Tränen an die Entführer, ein Lebenszeichen von ihrem Kind zu geben. Ihr Ehemann saß dabei neben ihr.