Baden-Württemberg: Hunderte Verletzte durch Hagelsturm - DER SPIEGEL
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Baden-Württemberg Hunderte Verletzte durch Hagelsturm

Wetterchaos in Baden-Württemberg: In Haslach ertrank ein Mann in einem reißenden Bach, Tischtennisballgroße Hagelkörner verletzten Hunderte Menschen, auf der Autobahn A81 lag streckenweise das Eis bis zu 30 Zentimeter hoch - das Gewitter richtete Sachschaden in zweistelliger Millionenhöhe an.
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Haslach - Der 66-Jährige wollte in der Nähe von Haslach (Ortenaukreis) sein Vieh im Stall retten, teilte die Polizei mit. Dabei geriet der Bauer unter einen Ladewagen, der von den Fluten mitgerissen wurde. Der Mann ertrank.

Allein im Kinzigtal richtete das Unwetter nach Polizeiangaben innerhalb von nur 45 Minuten einen Schaden in zweistelliger Millionenhöhe an. Es zerstörte eine Brücke, setzte Keller und Tiefgaragen unter Wasser. "Es sieht aus wie im Krieg", zitierte das Lagezentrum Baden-Württemberg einen Feuerwehrmann.

Mit am stärksten betroffen war der Raum Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis). Dort regnete es innerhalb von nur wenigen Stunden rund 35 Liter pro Quadratmeter. Große Hagelkörner und starker Wind zerschlugen Dachfenster und rissen Ziegel von den Häusern. Hunderte Autos wurden zerbeult, Autoscheiben zertrümmert. Demolierte Verkehrsampeln baumelten lose an ihren Pfosten.

Ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr in Villingen-Schwenningen sagte, es sehe "furchtbar" aus. Nach Polizeiangaben wurden etwa 100 Menschen durch Hagelkörner leicht verletzt. Die enormen Regenmassen knickten Bäume um, unterspülten zahlreiche Straßen und machten sie zeitweise unpassierbar. Ein Stromkasten an einer Straße geriet vermutlich durch einen Kurzschluss in Brand.

In Trossingen (Kreis Tuttlingen) gab es ebenfalls einen Hagelsturm. Zehn Menschen wurden mit Schnittverletzungen ins Krankenhaus gebracht. Die Hagelkörner waren so wuchtig, dass sie fast jedes Dach beschädigten, so ein Sprecher der Polizei in Stuttgart. Der Wind deckte Dächer ab. Mehrere hundert im Freien stehende Autos wurden zerbeult, ihre Scheiben zerbarsten. Telefonleitungen brachen zeitweise zusammen. In den Straßen stand das Wasser, weil Gullys verstopft waren. Bis zum späten Abend zählte die Feuerwehr 245 Einsätze.

Auf der Autobahn A81 mussten Räumfahrzeuge ausrücken - teilweise lag dort eine Eisschicht von 30 Zentimetern, meldete der Deutschlandfunk am Morgen.

Bereits am Dienstagabend hatten schwere Gewitter in Sachsen Schäden in Millionenhöhe angerichtet. Mehrere Gebäude gingen nach Blitzeinschlägen in Flammen auf, sagte die Polizei. In Dresden wurde nach Angaben der Feuerwehr ein Mann bei einem Blitzschlag leicht verletzt, als er ein Dachfenster öffnen wollte. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Landesweit knickten zahlreiche Bäume um, Stromleitungen wurden niedergerissen sowie Keller und Straßen überflutet.

aki/dpa/ddp