Bärenjagd: Bruno entwischt seinen Jägern erneut - DER SPIEGEL
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Bärenjagd Bruno entwischt seinen Jägern erneut

Die aus Finnland eingeflogenen Bärenhunde haben einem Radiobericht zufolge den "Problembären" Bruno alias JJ1 in einer Steilwand in Tirol aufgespürt. Doch wieder einmal war das Tier schneller.
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Innsbruck/München - Der Bayerische Rundfunk meldete, die seit Tagen nach der Bären-Fährte suchenden finnischen Bärenjäger hätten das Tier in einer Steilwand in der Nähe von Brandenberg unweit des Achensees gestellt. Doch bevor ein anwesender Tierarzt Bruno mittels eines Betäubungsgewehrs außer Gefecht hätte setzen können, war dieser bereits wieder weg.

Eine Sprecherin des bayerischen Umweltministeriums sagte am Abend: "Wir kennen auch nur die Meldung des Bayerischen Rundfunks und arbeiten mit Hochdruck daran, nähere Informationen zu bekommen." Auch eine Sprecherin der Umweltorganisation WWF erklärte, sie könne die Meldung weder bestätigen noch dementieren. Das Fangteam sei nicht per Handy zu erreichen, weil es sich offenbar in einem Funkloch befinde.

Bruno war laut Zeugenaussagen zuletzt tatsächlich in Österreich aufgetaucht. Doch obwohl Zeugen ihn in der vergangenen Nacht erneut aus nächster Nähe beobachtet haben wollen, gelang es den finnischen Bärenjägern nicht, seine Fährte aufzunehmen. Die Bärenjäger sind vorerst nur noch bis zum Wochenende zum Aufspüren und Einfangen von Bruno engagiert.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur APA lief der Bär mit einem Abstand von zirka vier Metern um 1.06 Uhr an einem Tiroler in Maurach am Achensee vorbei. Danach habe sich das Tier laut Polizei ein "kühles Bad" im See gegönnt. Aus dem Bezirk Kufstein wurde außerdem ein geplünderter Hühnerstall gemeldet.

"Es wurden keine Spuren wie Haare, Tatzenabdrücke oder Losung gefunden", sagte der bayerische Bärenbeauftragte Manfred Wölfl. Die finnischen Bärenjäger mit ihren Elchhunden seien zunächst zum österreichischen Achensee gebracht worden, hätten aber keine Fährte aufnehmen können.

Keine brünftige Bärin für Bruno

Auf Ablehnung stieß bei den Experten der Vorschlag eines Tiertrainers aus Hannover, Bruno mit Hilfe einer brünftigen Bärin in die Falle zu locken. Der Tiertrainer Dieter Kraml hatte dafür seine 13 Jahre alte Bärin Nora angeboten, wie er der "Augsburger Allgemeinen" sagte.

WWF-Sprecher Jörn Ehlers sagte: "An sich ist der Vorschlag gar nicht so doof." Er habe aber einen entscheidenden Haken: "Die Bärin ist nicht nur viel zu alt, sondern Bruno auch noch viel zu jung: Er ist noch gar nicht geschlechtsreif." Schon bislang seien alle Versuche, den zwei Jahre alten Bären mit Lockstoffen zu ködern, fehlgeschlagen. Der Bärenbeauftragte Wölfl erklärte, die Finnen hätten auch Brunftlockstoffe bei sich. Allerdings würde diese schon angesichts der Hitze kaum Wirkung zeigen.

dab/AP