ACCESSOIRES Bäuchlein verdecken
Nicht bloß im ersten Roman der früheren Klatschkolumnistin Beate Wedekind spielt eine Handtasche die heimliche Hauptrolle, auch im wirklichen Leben modebewusster Frauen geht es nicht ohne sie. Für Designer ist sie die wahre Talentprobe, denn wird sie Kult, bringt sie Millionengewinn. Welche Handtaschen diesen Status erreichten und welche auf der Strecke blieben, verrät das Buch »Die Handtasche« der »Tatler«-Redakteurin und Handtaschen-Fetischistin Carmel Allen, 32. Gut funktionierender Instinkt und feines Gespür für den Zeitgeist, so lernt man hier, sind für den Designer unerlässlich: Will die Trägerin Laptop, Handy, Filofax und Aktenordner unterbringen, oder soll das Täschchen bloß Lippenstift, Puder und ein paar Visitenkarten verstecken? Legt sie Wert auf Selbständigkeit, oder begleitet sie einen bedeutenden Mann? Will sie als Schauspielerin mit ihrer eleganten Tasche ein Bäuchlein verdecken wie einst Grace Kelly, oder soll die praktische Handbag Willenskraft symbolisieren wie bei Maggie Thatcher? Markige Worte scheinen auch in Sachen Handtasche ein Erfolgsrezept zu sein: Leute mit zu kleinem Ego sollten besser auf sein Label verzichten, fand etwa Lebemann Versace, die Stars Courtney Love und Demi Moore hängten sich prompt seine Modelle über die Arme. Kleineren Egos bleiben zum Glück immer noch an die hundert andere Markennamen.