Bahnunfall: Führerlose Waggons überollen zwei Menschen - DER SPIEGEL
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Bahnunfall Führerlose Waggons überollen zwei Menschen

Zwei führerlose Transportwaggons haben an einem Bahnübergang in Nordrhein-Westfalen zwei Menschen überrollt und getötet. Die Polizei ermittelt, wie sich die Wagen lösen konnten.
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Attendorn - In Sekundenabstand hatten die Waggons am Samstag zwei Autos und mehrere Fußgänger erfasst. Mindestens vier Menschen wurden verletzt. Die Schranke war nach Angaben der Polizei zum Zeitpunkt des Unglücks offen. Die Waggons waren etwa vier Kilometer weit auf der abschüssigen und wegen Bauarbeiten gesperrten Strecke gerollt. Möglicherweise waren beim Rangieren nicht schnell genug Sicherungskeile unter die Räder gesetzt worden.

Eine 68-jährige Fußgängerin, die sich auf dem Gleis befand, wurde von dem Waggon erfasst und getötet. Außerdem rammte der Waggon einen auf dem Übergang stehenden Opel Astra und schleifte ihn rund 15 Meter weit mit. Die Autoinsassen, ein 49-jähriger Mann und zwei 13-jährige Kinder, wurden dabei teils schwer verletzt.

Bundesgrenzschutz-Sprecher Klaus-Peter Kilian berichtete, verschiedene Personen hätten daraufhin zu helfen versucht. Sie seien von dem zweiten Waggon überrascht worden, der etwa 30 Sekunden später die Unfallstelle erreichte. Er erfasste einen inzwischen auf dem Übergang stehenden VW Golf, in dem eine 49-jährige Frau und ein 14-jähriges Kind saßen. Das Auto wurde rund 150 Meter mitgeschleift, auch hier überlebten die Insassen den Angaben zufolge mit Verletzungen. An der Unglücksstelle wurde dann die Leiche einer Frau gefunden, die zunächst nicht identifiziert werden konnte. Es handle sich höchstwahrscheinlich um eine Fußgängerin, hieß es bei der Polizei. Außerdem sollen noch drei weitere Fußgänger bei dem Unglück verletzt worden sein. Die Unglücksstelle ist rund 300 Meter vom Bahnhof Attendorn entfernt.

Die Strecke zwischen Attendorn und Olpe ist wegen einer Brückensanierung an einer Talsperre am Biggesee zur Zeit gesperrt. Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG erklärte, dass sich Signalschranken nur bei "normalem" Zugverkehr senkten. Die entsprechenden elektronischen Kontakte könnten bei gesperrten Strecken ausgeschaltet sein.

Nach ersten Informationen der Polizei sollten die Wagen, die an einer Baustelle auf dem gesperrten Streckenabschnitt standen, von Hand verschoben werden. Ob sie danach ins Rollen gerieten, weil der Sicherungskeil nicht schnell genug hinter die Räder zurückgeschoben werden konnte oder er komplett vergessen wurde, ist noch unklar. Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben der Feuerwehr die Ermittlungen aufgenommen.

Einer der Unglücks-Waggons schleifte nach der Kollision ein Auto bis zum nächsten Bahnübergang rund einen Kilometer weit mit. Die Polizei musste über 100 Schaulustige vom Unfallort nahe der historischen Attendorner Altstadt abdrängen.