Bali-Anschläge: Lächelnd in den Tod - DER SPIEGEL
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Bali-Anschläge Lächelnd in den Tod

Der mutmaßliche Planer der Bali-Anschläge hat die Forderung der Staatsanwaltschaft nach der Todesstrafe begrüßt. "Ich möchte den Vertretern der Staatsanwaltschaft danken, die die Todesstrafe gefordert haben", sagte der 33-jährige Imam Samudra. "Denn im Tod leben wir in Frieden, und im Tod kommen wir Gott näher."
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Bali - Samudra gestand, an dem Anschlag im Oktober beteiligt gewesen zu sein, verneinte jedoch, der Anführer der Attentäter gewesen zu sein. Bei den Bombenanschlägen auf zwei Nachtclubs waren im Oktober 202 Menschen getötet worden, darunter sechs Deutsche.

Am Donnerstag war der radikale Moslem Amrozi - von der indonesischen Presse der "lächelnde Bomber" genannt - wegen der Anschläge zum Tode verurteilt worden. Er hatte das Urteil mit Jubel begrüßt. Samudra und Amrozi waren in einer islamischen Schule Studenten von Abu Bakar Bashir, dem mutmaßlichen Anführer der radikalen Moslem-Gruppe Jemaah Islamiah. Bashir hat die Existenz der JI verneint. Er steht wegen Hochverrats vor Gericht und könnte als Höchststrafe lebenslängliche Haft erhalten.

Die Jemaah Islamiah hat sich einer Zeitung zufolge zu einem Anschlag auf ein Luxus-Hotel in Jakarta am Dienstag bekannt, bei dem elf Menschen getötet wurden. Die Gruppe soll Verbindungen zur al-Qaida-Gruppe des radikalen Islamisten Osama Bin Laden haben, den die USA für die Anschläge am 11. September 2001 verantwortlich machen.

Anwälte legen Berufung gegen weiteres Todesurteil ein

Unterdessen haben die Anwälte des bereits wegen der Anschläge zum Tode verurteilten Amrozi bin Nurhasyim vor Gericht Berufung eingelegt. Er sei zwar in die Anschläge verwickelt gewesen, habe sie aber nicht geplant, sagte Anwalt Oktriyan am Montag in Bali. Aussagen, dass Amrozi an der Vorbereitung teilgenommen habe, stammten lediglich von anderen Angeklagten und seien nicht schlüssig. "Wir haben ihn davon überzeugt, alle Mittel auszuschöpfen, um Gerechtigkeit zu bekommen", sagte der Anwalt. Amrozi hatte zunächst erklärt, er wolle ein Märtyrer werden.

Der 41-Jährige war am Donnerstag zum Tode durch Erschießen verurteilt worden, weil das Gericht es als erwiesen ansah, dass er einen Lastwagen sowie Sprengstoff für die Anschläge gekauft hatte, bei denen am 12. Oktober 2002 auf Bali 202 Menschen getötet wurden.

Insgesamt müssen sich etwa drei Dutzend mutmaßliche Beteiligte wegen der Anschläge vor Gericht verantworten. Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge, der 33-jährige Textilhändler Imam Samudra, wies am Montag vor Gericht jede Beteiligung an der Tat zurück.