Bali-Attentate Verdächtiger nennt weitere Details
Jakarta - Amrozi gestand, sich mehrfach mit Imam Samudra, einem mutmaßlichen Mitglied der radikalen Islamistengruppe Jemaah Islamiyah (JI), getroffen zu haben. Dies teilte der indonesische Polizeichef Da'i Bachtiar mit, der Amrozi persönlich verhört hatte. Die JI soll für Anschläge in Jakarta im Jahr 2000 sowie für ein Attentat auf Indonesiens Präsidentin Megawati Sukarnoputri verantwortlich sein. Außerdem werden ihr Verbindungen zur al-Qaida nachgesagt. Einer ihrer mutmaßlichen Anführer, der muslimische Geistliche Abu Bakar Ba'asyir, sitzt bereits in Untersuchungshaft. Er wurde bisher jedoch nicht mit den Anschlägen von Bali in Verbindung gebracht.
Amrozi, bei dessen Verhör auch Journalisten zugelassen waren, erklärte sich außerdem "erfreut" darüber, dass der Anschlag auf Bali geglückt sei. Dabei waren am 12. Oktober 190 Menschen getötet, und mehr als 300 verletzt worden. "Ich bin sehr glücklich, dass die Bombe explodiert ist", sagte Amrozi der Polizei. Anschließend entschuldigte sich der mutmaßliche Attentäter bei seiner Familie, dass er sie "in diese Vorgänge mit hinein gezogen" habe. Offenbar sind einige Familienmitglieder ebenfalls an der Tat beteiligt gewesen, erklärte Polizeichef Bachtiar. Man suche jetzt nach zwei Brüdern von Amrozi sowie einigen anderen Verdächtigen, die meisten davon mit mehreren Alias-Namen ausgestattet. Bachtiar vermutet sogar, dass Amrozis älterer Bruder Mukhlas der Anführer der Terrorgruppe von Bali gewesen sein könnte, die nach Einschätzungen der Polizei 5 bis 10 Personen umfasste.
Amrozi hat mittlerweile gestanden, den Kleinbus gemietet und nach Bali gebracht zu haben, in dem später die 100-Kilogramm TNT-Bombe explodierte. Außerdem soll er die chemischen Bestandteile der Bombe beschafft haben. Die Polizei fahndet jedoch weiterhin nach dem Experten, der anschließend die Bombe bastelte. "Außerdem werden wir noch über die Drahtzieher hinter der ganzen Operation reden müssen", erklärte der Leiter der Sonderkommission, Made Mangku Pastika.
Am Ort des Anschlags in Bali bereiten sich unterdessen mehrere tausend Menschen auf eine Trauerfeier vor. Der katholische Priester Philippus Subono erklärte: "Diese Feier wird sehr wichtig werden, da mehrere verschiedene religiöse Führer daran teilnehmen, um gemeinsam gegen die bösen Kräfte zu kämpfen, die für die schlimme Tat verantwortlich waren." Die Behörden rechnen mit 5000 Teilnehmern.