Bali-Prozess Todesstrafe für den lächelnden Bomber
Denpasar - Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde Amrozi bin Nurhasyim von einem Gericht in der Inselhauptstadt Denpasar verurteilt. Ihm war zur Last gelegt worden, das Attentat auf zwei gut besuchte Nachtclubs auf der Ferieninsel Bali vor rund zehn Monaten mitorganisiert zu haben. Bei den Bombenanschlägen waren mindestens 202 Menschen getötet worden, darunter sechs Deutsche.
Der 41 Jahre alte Amrozi bin Nurhasyim ist einer von rund drei Dutzend Angeklagten. Ihm war vorgeworfen worden, einen bei den Anschlägen verwendeten Kleinlaster und Sprengstoff gekauft zu haben.
Bei seinem Eintreffen am Gericht am Donnerstag hob Amrozi die geballte Faust und rief "Gott ist groß". Amrozi wurde wiederholt als der "lächelnde Bomber" bezeichnet. Immer wieder hatte er während des Verfahrens seine fehlende Reue demonstriert.
Die indonesische Polizei wies unterdessen auf Parallelen zwischen den Anschlägen auf Bali und dem auf das Marriott-Hotel in Jakarta vom Dienstag hin. Die Täter hätten die gleichen Sprengstoffsorten benutzt und in beiden Fällen die Sprengsätze mit einem Mobiltelefon gezündet. Damit erhärtete sich der Verdacht, dass die Terrororganisation Jemaah Islamiah hinter der Bluttat vom Dienstag steht, die zehn Menschen das Leben kostete.
Die Terrorgruppe soll sich zu den Anschlägen bekannt haben. Sie drohte nach einem Bericht der Zeitung "Strait Times" weitere Anschläge für den Fall an, dass im Bali-Prozess Todesurteile gesprochen würden.
Australischer Premier zufrieden mit dem Todesurteil
Der australische Ministerpräsident John Howard zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Er äußerte seine Hoffnung, dass es den Hinterbliebenen ein Gefühl der Befriedigung geben kann. Zwar spreche sich die australische Regierung für gewöhnlich gegen die Todesstrafe aus, sie werde sich jedoch nicht dafür einsetzen, die Vollstreckung gegen Amrozi auszusetzen, kündigte Howard an.
Eine Gruppe von Angehörigen britischer Opfer der Anschläge begrüßte die Verurteilung Amrozis ebenfalls. Sprecherin Susanna Miller erklärte jedoch, sie sei bestürzt über die Verhängung der Todesstrafe. Damit würde nichts anderes erreicht, als dass aus dem Täter ein Märtyrer werde.
Wegen der Anschläge werden rund 30 Personen angeklagt, sechs Verdächtige sind nach nach Behördenangaben noch auf der Flucht. Unter ihnen ist auch der als Hambali bekannte Riduan Isamuddin, der als Einsatzchef der Jemaah Islamiah und Kontaktmann Osama Bin Ladens in der Region gilt.