Ballonfahrer Jonathan Trappe scheitert mit Atlantik-Überquerung - DER SPIEGEL
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Atlantikflug mit Ballons "Das sieht hier nicht nach Frankreich aus"

Es sah aus wie im Disney-Trickfilm "Oben": Baumelnd an einer Traube aus 370 bunten Heliumballons wollte der US-Amerikaner Jonathan Trappe den Atlantik überqueren. Er kam bis Neufundland.
Ballonfahrer Trappe beim Start im nebligen Maine: Rettungsboot statt Gondel
Ballonfahrer Trappe beim Start im nebligen Maine: Rettungsboot statt Gondel

Ballonfahrer Trappe beim Start im nebligen Maine: Rettungsboot statt Gondel

Foto: AP/ Mark McBreairty
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York Harbor - Ein US-Amerikaner ist mit seinem Versuch gescheitert, den Atlantik mit Hilfe von Hunderten Heliumballons zu überqueren. Statt nach Europa schaffte es Jonathan Trappe mit seiner abenteuerlichen Konstruktion nur bis Neufundland. "Das sieht hier nicht nach Frankreich aus", witzelte er nach dem Ende seiner Ballonfahrt auf Facebook.

Nach eigener Aussage hatte der 39-Jährige Schwierigkeiten mit der Steuerung, bevor er sein Vorhaben am Donnerstagabend über der kanadischen Atlantikinsel abbrach. Das teilte die örtliche Polizei mit. Trappe sei sicher gelandet und habe keine medizinische Hilfe benötigt. Er selbst war für eine Stellungnahme bislang nicht erreichbar.

Trappe hatte sich vorgenommen, als erster Mensch den Atlantik mit Hilfe einer Ballontraube zu überqueren. Dazu hatte er ähnlich wie im Disney-Trickfilm "Oben"  mehr als 300 bunte Ballons mit Helium gefüllt und aneinandergebunden. Gestartet war der US-Amerikaner am Donnerstagmorgen bei Nebel im Bundesstaat Maine.

"Das Wetter ist der gefährlichste Faktor", hatte Trappe zuvor dem britischen "Guardian" gesagt . "Der Wind ist das Einzige, was mich ans Ziel bringen kann, aber schlechte Wetterbedingungen können auch den Versuch ruinieren oder sogar mein Leben gefährden."

Rettungsboot auf 18.000 Fuß Höhe

Auch aus der Luft meldete sich Trappe noch einmal zu Wort. Am Donnerstagnachmittag postete er laut BBC eine Statusmeldung bei Facebook: "Über dem Sankt-Lorenz-Strom, fahre mit mehr als 50 Meilen pro Stunde in meinem kleinen Ruderboot, auf 18.000 Fuß Höhe". Für seine Atlantik-Überfahrt hatte Trappe statt einer Gondel ein Rettungsboot an die Ballons gehängt - für alle Fälle.

Nach Angaben der kanadischen Polizei verfolgten die Behörden den Weg des Ballonfahrers per Radar. Nach der Landung plane Trappe nun, seine Ausrüstung aus dem abgelegenen Gebiet zu bergen, in dem er seine Reise abbrechen musste.

Ursprünglich sollte der Flug über den Ozean bis zu sechs Tage dauern. "Der Atlantik ist schon oft überquert worden, und auf vielfältige Weise", hatte Trappe vor seinem Abflug auf seiner Webseite verkündet.  "Aber noch nie so wie dieses Mal."

Bereits 2010 überquerte der Mann den Ärmelkanal mit einer Ballontraube; auch die Alpen bewältigte er laut "Guardian" schon.

rls/AP