Baltimore: Siamesischer Zwilling bei Operation gestorben - DER SPIEGEL
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Baltimore Siamesischer Zwilling bei Operation gestorben

Die kleine Tabea aus Lemgo ist bei der Trennungsoperation in Baltimore am frühen Morgen gestorben. Dies erklärte eine Sprecherin des Johns-Hopkins-Krankenhauses.
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Baltimore - Tabea habe den Eingriff nicht überlebt, teilte das Johns-Hopkins-Kinderhospital in Baltimore mit. Der Zustand ihrer Schwester Lea sei kritisch aber stabil. Die aus dem nordrhein-westfälischen Lemgo stammenden Zwillingsschwestern Lea und Tabea Block waren nach Angaben der behandelnden Klinik um 0.15 Uhr (Ortszeit) getrennt worden. Tabea sei "trotz unfangreicher Wiederbelebungsversuche" während des Eingriffs gestorben.

Die Klinik sprach den Eltern und der Familie von Tabea und Lea ihr tiefes Mitgefühl aus. Gleichzeitig habe man "große Hoffnung, dass Lea stark bleiben und sich gut erholen wird und zu einem gesunden jungen Mädchen heranwächst".

Geleitet wurde der komplizierte Eingriff vom Leiter der pädiatrischen Neurochirurgie im Johns-Hopkins-Krankenhaus, Benjamin Carson. Der Mediziner gehörte im vergangenen Jahr zu dem Ärzteteam, das in Singapur den ersten Versuch vornahm, erwachsene siamesische Zwillinge am Kopf zu trennen. Die beiden Iranerinnen Laleh und Ladan Bidschani starben auf dem Operationstisch. Zuvor hatte Carson 1987 und 1997 an zwei erfolgreichen Trennungen von siamesischen Zwillingen mitgewirkt.

Die beiden einjährigen Mädchen waren in der vergangenen Nacht unter ein großes Mikroskop gelegt worden. Der schwierige und lebensgefährliche Eingriff zog sich weiter hin. Gestern Abend hieß es, die Chirurgen hätten den schwierigsten Teil der Trennung etwa zur Hälfte bewältigt. Sie müssen den Kranz von Blutgefäßen aufteilen, den sich die einjährigen Babys unter der gemeinsamen Schädeldecke teilen.

Die Trennung war in der Nacht zum Sonntag schon einmal versucht, wegen Komplikationen aber gestoppt worden. Ein zweimaliger vorübergehender Herzstillstand bei Tabea hatte das Team um den Neurochirurgen Benjamin Carson zum vorläufigen Abbruch des riskanten Eingriffs bewogen. Die Zwillinge wurden in den 82 Stunden bis zur Fortsetzung der Trennungsoperation unter Narkose gehalten.