Bandenkrieg: Mysteriöse Explosion in russischem Café - DER SPIEGEL
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Bandenkrieg Mysteriöse Explosion in russischem Café

Bei einer Explosion in einem russischen Café wurden zehn Menschen getötet. Das Café in der Stadt Orsk im südlichen Ural brannte gestern völlig aus. Laut einem TV-Bericht sollen die Opfer bereits vor der Detonation erschossen worden sein.
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Moskau - Unter den Opfern sind die Besitzerin sowie mehrere Angestellte und Gäste. Augenzeugen berichteten von einer starken Detonation. Es blieb zunächst unklar, ob die Explosion Ursache oder Folge des Brandes war. Die Polizei sucht nach zwei jungen Männern, die unmittelbar vor dem Brand einen Gegenstand in das Café geworfen haben sollen.

Der Fernsehsender "Westi-24" berichtete, die Opfer seien möglicherweise bereits vor der Explosion erschossen worden. Das Feuer habe nur die Spuren vernichten sollen. Ein Mitarbeiter der Polizei teilte inoffiziell mit, dass eines der Opfer bereits vor dem Feuer mit Messerstichen getötet worden sei. Derzeit würden die übrigen stark verbrannten Leichen ebenfalls auf Stichwunden untersucht.

Die Polizei ermittelte in der Stadt an der Grenze zu Kasachstan zunächst nur wegen Brandstiftung. Die Feuerwehr hatte den Ort acht Minuten nach dem Feueralarm erreicht. Da schlugen bereits meterhohe Flammen aus der einstöckigen Baracke. Die Behörden schlossen nicht aus, dass Brandstifter die Eingangstür des Gebäudes auf einem städtischen Markt versperrt hatten.

Es sei aber genauso wahrscheinlich, dass sich das Feuer so schnell ausgebreitet habe, dass die Menschen keine Zeit zur Flucht gehabt hätten, sagte ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzes. Der Radiosender Echo Moskwy hatte am Morgen ohne nähere Angaben von einem Bombenanschlag berichtet. Diese Version wurde aber im Tagesverlauf nicht aufrechterhalten.

Seit Jahren kommt es in Russland immer wieder zu Auseinandersetzungen krimineller Banden um die Märkte, die traditionell von Geschäftsleuten aus dem Kaukasus kontrolliert werden. Aus Polizeikreisen verlautete, die Wirtin des Cafés habe möglicherweise im Streit mit der früheren Eigentümerin gelegen.

Im vergangenen Sommer war in Moskau ein Bombenanschlag aus Fremdenhass auf einen Markt im Stadtteil Tscherkisowo verübt worden. Damals starben zehn Menschen, die meisten von ihnen zugereiste Händler. Seit April dürfen auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin nur noch Händler mit russischem Pass auf den Märkten Lebensmittel verkaufen.

jjc/dpa

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