Barcelona Geiselnahme unblutig beendet
Barcelona - Der Täter sei überwältigt worden, als ihm der Polizist eine Pizza brachte, berichtete der spanische Innenminister Angel Acebes. Die vier Kinder, die sich noch in der Gewalt des Kidnappers befunden hatten, seien wohlauf. Der Täter wurde unter wütenden Protesten einer Menschenmenge abgeführt.
Der maskierte Täter hatte zuvor zunächst neben dem Lehrer 25 Schüler der fünften Klasse als Geiseln genommen und 1,5 Millionen Euro Lösegeld gefordert. Später ließ er 21 von ihnen frei. Sie seien wohlauf, hieß es. Der bewaffnete Kidnapper habe außerdem den Lehrer gezwungen, das Klassenzimmer zu verlassen, berichtete der Rundfunk. Dazu habe er einem der Kinder ein Messer an den Hals gehalten. Bei dem Täter soll es sich um einen ehemaligen Schüler des Instituts oder den Bruder einer Schülerin handeln. Er ist angeblich rund 25 Jahre alt.
Die Schule im Ort L'Hospitalet de Llobregat war von Elite-Truppen der Polizei umstellt, auch mehrere Krankenwagen seien vor Ort, berichtete der spanische Rundfunk. Erste Vermutungen, es handele sich um mehrere Täter, erwiesen sich als falsch. Der Geiselnehmer sei gegen 16 Uhr auf das Schulgelände gelangt. Die festgehaltenen Schüler waren zwischen 10 und 12 Jahre alt.
Der Täter habe versichert, ihm gehe es allein ums Geld, berichtete ein Mitgliedes des Stadtrates. Ein Junge berichtete, er und seine Mitschüler seien von den Lehrern gedrängt worden, die Schule ganz schnell durch die Cafeteria zu verlassen und sich auf den Pausenhof zu begeben. "Die Lehrer sagten uns, ein Mann habe sich in die Schule geschlichen", sagte der Junge dem spanischen Rundfunk. "Ich hatte Angst."
Die restlichen Jungen und Mädchen in der Kirchenschule "Casal de los Angeles" wurden in Sicherheit gebracht. Sanitäter kümmerten sich um die verzweifelten Eltern.