Barentssee Tauchroboter spüren gesunkenes Atom-U-Boot auf
Moskau - Bisher konnte die russische Marine zwei Leichen und einen Schwerverletzten bergen, die restlichen sieben Besatzungsmitglieder gelten als vermisst. Die Suche nach weiteren Toten des Unglücks wurde am Sonntag fortgesetzt. "Wir müssen zu 100 Prozent sicher sein, dass wir die toten Besatzungsmitglieder nicht im Wasser treibend finden", sagte Verteidigungsminister Sergej Iwanow nach Angaben der Agentur Itar-Tass.
Das U-Boot liege nach neuen Erkenntnissen in 238 Meter Tiefe. Die "K-159" war bereits seit 14 Jahren ausgemustert. Das 40 Jahre alte und nicht mehr schwimmfähige U-Boot sollte mit Hilfe von Pontons zum Abwracken geschleppt werden. In schwerer See rissen jedoch die Pontons ab, und das 107 Meter lange Gefährt versank mit zwei Reaktoren in der Barentssee.
Umweltschützer warnten umgehend vor einer nuklearen Verseuchung der fischreichen nördlichen Meere, weil die alten Reaktoren nicht dicht seien. Iwanow betonte dagegen am Sonntag, es sei keine erhöhte Strahlung gemessen worden. Er machte die leichtsinnige Verletzung von Sicherheitsregeln für das Unglück verantwortlich.
Die "K-159" gehörte zur ersten Generation sowjetischer Atom-U-Boote, die zwischen 1958 und 1963 in Dienst gestellt wurden. Das Schiff der November-Klasse war ein Angriffs-U-Boot und hatte eine reguläre Besatzung von 104 Mann. Es war mit Atom-Torpedos ausgerüstet. Ein Schiff dieses Typs, die "K-8", sank 1970 nach einem Brand an Bord in der Biskaya. Dabei kamen 52 Seeleute um.