Bautzen Geiselnahme im Gefängnis
Bautzen - Nach Angaben der Polizei bedrohte ein wegen Raubes und schwerer Vergewaltigung einsitzender Mann eine Sozialarbeiterin mit einem messerähnlichen Gegenstand, zwang sie in seine Zelle und verschanzte sich dort. Obwohl es zu zwei kurzen Kontaktaufnahmen mit dem 27-Jährigen kam, war das Motiv der Geiselnahme zunächst unklar. Ein dritter Versuch, das Gespräch aufzunehmen, war nach Angaben eines Gefängnissprechers in Vorbereitung.
Der Geiselnehmer müsse noch eine Haftstrafe bis zum Jahr 2007 absitzen, hieß es weiter. Der Sprecher wies Vorwürfe zurück, das Anstaltspersonal habe sich fehlerhaft verhalten: "So etwas kommt immer wieder mal vor. Das zeigt nur, wie gefährlich die Arbeit in einer Justizvollzugsanstalt ist." Die Polizei wird in ihrem Bemühen, die Geiselnahme unblutig zu beenden, von einem Sondereinsatzkommando unterstützt.
Bereits im Juni hatte ein Häftling des aus DDR-Zeiten berüchtigten Bautzener Gefängnisses einen Wärter als Geisel genommen. Als Waffe hatte der 28-Jährige ein Tafelmesser benutzt. In Verhandlungen mit Polizei und Anstaltsleitung konnte der Mann zur Aufgabe überredet werden. Er hatte seine Verlegung in eine andere Justizvollzugsanstalt erzwingen wollen. Der Wärter war unverletzt geblieben.